Wer konnte welche Menschen für sich gewinnen?

Wer konnte welche Menschen für sich gewinnen?

Österreich

BP-Wahl: Wer hat wen gewählt?

Wie schon im ersten Wahlgang zeigt sich auch bei der Stichwahl ein starker Gender Gap sowie starke Unterschiede bei Bildungsgrad und Wahlverhalten.

Die Wählerschaft sowohl Norbert Hofers als auch Alexander Van der Bellens umfasst je über 2 Millionen Wahlberechtigte und daher Personen aus allen Bevölkerungsgruppen.Von diesen haben 19% (Hofer) bzw. 36% (VdB) überhaupt erstmals für einen Kandidaten der FPÖ bzw. der Grünen gestimmt.

Die ORF/SORA/ISA Wahltagsbefragung unter 1.222 Wahlberechtigten beleuchtet die wesentlichen Unterschiede im Wahlverhalten.

Starker Gender Gap

Wie schon im ersten Wahlgang zeigt sich auch bei der Stichwahl ein starker Gender Gap: Männer stimmten vor allem für Norbert Hofer, er erreichte in dieser Gruppe 60%. Frauen wählten hingegen öfter Alexander Van der Bellen, er erreichte unter ihnen 60%.

Altersunterschiede: Van der Bellen mobilisiert junge Frauen

Alexander Van der Bellen konnte besonders junge WählerInnen ansprechen und erreichte in der Altersgruppe der Bis-29-Jährigen 54%, wobei mit 67% vor allem junge Frauen für ihn stimmten, während bei jungen Männern Norbert Hofer mit 58% vorne liegt.
Sein bestes Ergebnis erreichte Norbert Hofer mit 63% unter Männer im Alter von 30-59 Jahren.

Wahlverhalten nach formaler Bildung

Die Unterscheidung nach formaler Bildung ergibt folgende Unterschiede bei dieser Stichwahl:
- Unter Personen mit maximal Lehrabschluss liegt Hofer mit 67% deutlich vor Van der Bellen
- Personen mit Matura oder weiterem (akademischem) Abschluss wählten mit 76% überdurchschnittlich Van der Bellen
- Unter Personen mit maximal Pflichtschulabschluss sowie mit mittlerem Schulabschluss (BMS, Fachschulen) gibt es geringere Unterschiede zwischen beiden Kandidaten

Wahlverhalten nach Erwerbsgruppen

Ob WählerInnen selbständig oder unselbständig beschäftigt sind oder bereits in Pension, machte bei dieser Stichwahl nur einen geringen Unterschied bezüglich des Wahlverhaltens.

Innerhalb der großen Gruppe der ArbeitnehmerInnen zeigt sich:

- Hofer hat mit 71% einen starken Vorsprung unter ArbeitnehmerInnen, die eine Verschlechterung der Lebensqualität in Österreich befürchten.
- Auch Männliche Arbeiternehmer wählten mit 63% überdurchschnittlich Hofer, Arbeitnehmerinnen hingegen überdurchschnittlich Van der Bellen (59%)
- Kaum erreichen konnte Van der Bellen ArbeiterInnen, er erreichte in dieser Gruppe nur 14% (Hofer 86%)
- Unter ArbeiternehmerInnen ohne Matura erzielte Hofer 70%, unter jenen mit Matura oder höherer formaler Bildung erreichte Van der Bellen 81%.

Stichprobe: repräsentative Zufallsauswahl, n=1.222
Schwankungsbreite für n=1.200 maximal +/-2,8%

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