Rainer Nikowitz: Funkloch
Österreich

Rainer Nikowitz: Funkloch

Anlässlich des vorwöchigen Internationalen Tages der Pressefreiheit: Norbert Steger, Verfechter.

profil: Herr Steger, ich wollte zum Internationalen Tag der Pressefreiheit ein Interview mit Ihnen führen.
Steger: Tun Sie das. Solange Sie noch können.
profil: Welches Problem haben Sie eigentlich mit der Pressefreiheit?
Steger: Nun, wie Sie wissen, bin ich ein in der Wolle gefärbter Liberaler – sonst wäre ich nicht in einer durch und durch liberalen Partei wie der FPÖ. Und als solcher sage ich: Freiheit ist wunderbar – solange sie nicht die Freiheit eines anderen beschneidet. Und es wird wohl niemand bestreiten, dass gerade die FPÖ ganz massiv unter der Pressefreiheit leidet.

profil: Sie haben kürzlich in Ihrer Funktion als Möchtegern-Vorsitzender des ORF-Stiftungsrates gedroht, alle Korrespondenten rauszuschmeißen, die „nicht objektiv“ berichten – über Viktor Orbán etwa. Das ist selbst für einen Blauen bemerkenswert anmaßend.
Steger: Der letzte Satz kommt in Ihren Personalakt, gell? Darüber wird noch zu reden sein, wenn wir dann mit dem ORF fertig sind und uns dem Rest von euch widmen.

profil: Wie wollen Sie denn das machen?
Steger: Wir haben beim Erdoğan schon eine Kopie des türkischen Pressefreiheitsgesetzes angefordert.
profil: Ich dachte mir schon, dass Sie beide noch deutlich mehr Gemeinsamkeiten haben als bloß einen lächerlichen Schnurrbart.
Steger: Das kommt jetzt auch …
profil: … in meinen Personalakt, ich weiß. Letzte Frage: Wen hätten Sie lieber als ORF-Chef? Wolfgang Fellner oder Andreas Gabalier?
Steger: Das schreit nach einer Paketlösung!

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