Rainer Nikowitz: Kottan vermittelt
Österreich

Rainer Nikowitz: Kottan vermittelt

Außenministerin Karin Kneissl wollte Österreich in Moskau als Syrien-Vermittler ins Spiel bringen. Amtskollege Sergej Lawrow eher nicht.

Kneissl: Herr Kollege! Ich freue mich sehr.
Lawrow: Ich mich eh auch. Aber noch mehr würde ich mich freuen, wenn mir mein Sekretär aufgeschrieben hätte, wer Sie schnell noch einmal sind.
Kneissl: Österreich! Die Außenministerin von Österreich.
Lawrow: Ah! Aber … das war doch erst unlängst dieses Kind. Was wurde aus dem?
Kneissl: Herr Kurz ist jetzt Bundeskanzler.
Lawrow: Ihr habt wohl ziemlich lasche Jugendschutzgesetze, was?
Kneissl: Der Kanzler hat es in einer seiner international vielbeachteten Wortmeldungen eh schon gesagt: Österreich sieht sich als Brückenbauer.
Lawrow: Das ist schön für euch. Ich hoffe, ihr habt in eurem Land genug Flüsse. Damit euch nicht langweilig wird.
Kneissl: Als Brückenbauer zwischen Russland und dem Westen hat er gemeint!
Lawrow: Wie putzig!
Kneissl: Auch und vor allem in der Syrien-Frage!
Lawrow: Was hättet ihr denn zu bieten, das euch dafür prädestiniert?
Kneissl: Nun … Wir haben in Wien ein paar hervorragende Hotels, wo man eine Konferenz machen könnte. Oder darf es
ein Schloss sein?
Lawrow: Verstehe. Ihr wollt also die Fototapete sein.
Kneissl: Damit sind wir immer gut gefahren. Und ich gebe zu bedenken: Wir haben keine russischen Diplomaten ausgewiesen wegen der Skripal-Geschichte. Wir nicht!
Lawrow: Wär ja noch schöner. Da hätte sich der Strache was anhören können.
Kneissl: Also, jetzt kommen Sie schon! Ja – oder ja?
Lawrow: Nein.
Kneissl: Ich deute das einmal als ersten Schritt in die richtige Richtung!

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