Rainer Nikowitz: Es ist angerichtet
Österreich

Rainer Nikowitz: Es ist angerichtet

Aus der Serie "Das Gegenteil von gut ist gut gemeint": Verfassungsrichter, die der FPÖ einen Elfer ohne Tormann auflegen.

profil: Herr Schnizer, haben Sie denn irgendwelche Beweise für Ihre Theorie, dass die FPÖ-Wahlanfechtung von langer Hand geplant war?
Schnizer: Das nicht.

profil: Das ist ein guter Ansatz für einen Höchstrichter.
Schnizer: Aber ich hab da so ein Gefühl.

profil: Ein noch besserer Ansatz.
Schnizer: Was? Darf ein Verfassungsrichter keine Gefühle haben?

profil: Doch. Aber müssen ihn die ausgerechnet in den Medien übermannen?
Schnizer: Sie missachten gerade den Gleichheitsgrundsatz. Cathy Lugner darf das schließlich auch. Oder Tom Cruise.

profil: Und auch deren Urteilsfähigkeit ist völlig unbestritten.
Schnizer: Außerdem hab ich ja zum Beispiel nicht gesagt, dass der Böhmdorfer ein schäbiger Winkeladvokat ist.

profil: Obwohl Sie da auch so ein Gefühl haben.
Schnizer: Oder dass der FPÖ der Rechtsstaat in Wirklichkeit vollkommen blunzn ist.

profil: Ich merke schon, die Interviews, die Sie gegeben haben, waren eindeutig nicht lang genug.
Schnizer: Das sieht doch ein Blinder, was da wirklich gespielt wird.

profil: Und Justitia ist ja bekanntlich blind.
Schnizer: Und nicht zuletzt deshalb wähle ich bei der Wiederholung mit noch größerer Überzeugung als beim letzten Mal wieder Van der Bellen!

profil: Das wird ihn freuen. Schnizer: Den Sascha. profil: Den Norbert Gerwald.
Schnizer: Das versteh ich nicht.
profil: Und da hatte jetzt ich schon so ein Gefühl.

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