Out is out: Großbritanniens Premierminister David Cameron tritt zurück

Out is out: Großbritanniens Premierminister David Cameron tritt zurück

Österreich

2016 im Rückblick

Juni: Brexit, Fußball-EM und Terror in Orlando bzw. Istanbul.

8. Juni

US-Wahl

Hillary Clinton wird mit einem Sieg in Kalifornien endgültig zur Präsidentschaftskandidatin der Demokraten. Ihr unterlegener Rivale Bernie Sanders macht noch zwei Wochen lang innerparteilich Druck, um Clinton möglichst viele Zugeständnisse abzuringen, bis er sich auch öffentlich hinter sie stellt. Auch bei den Republikanern steht der Kandidat fest: Es ist – zum Schrecken großer Teile seiner eigenen Partei – Donald Trump.

FREUDE MIT ABLAUFDATUM: Hillary Clinton bejubelt ihren Sieg in den Vorwahlen.

9. Juni

Identitäre

Eine Gruppe Rechtsextremer stürmt eine Vorlesung an der Universität Klagenfurt. Bei dem Vorfall erhält Rektor Oliver Vitouch einen Schlag in die Magengrube. Die sogenannten „Identitären“ sind schon davor mit fremdenfeindlichen Aktionen aufgefallen, etwa als sie bei einer Aufführung des Elfriede-Jelinek-Stücks „Die Schutzbefohlenen“ im Wiener Audimax die Bühne stürmen.

12. Juni

USA-Terror

Beim schlimmsten Attentat in den USA seit den 9/11-Attentaten erschießt ein 29-jähriger Sohn afghanischer Einwanderer in einem Homosexuellenklub in Orlando 49 Menschen und verletzt 53 weitere teils schwer. Der IS reklamiert das Attentat zwar für sich, die tatsächlichen Motive des von der Polizei erschossenen Mannes, der als homophob, radikalisiert und gewalttätig galt, bleiben aber ungeklärt.

16. Juni

Jo Cox

Eine Woche vor dem Referendum über die Mitgliedschaft Großbritanniens in der EU wird die britische Labour-Abgeordnete Jo Cox von einem radikalen Brexit-Befürworter mit Schüssen und Messerstichen attackiert und erliegt kurz darauf ihren Verletzungen.

JO COX: Die Labour-Abgeordnete wird ermordet, weil sie sich gegen den Brexit engagiert.

16. Juni

Rechnungshof

Mit Margit Kraker leitet erstmals eine Frau den Rechnungshof. Ihrer Kür durch den Nationalrat war ein zähes Ringen innerhalb der Koalition vorangegangen. Als Kompromisskandidatin setzt sich die Leiterin des steirischen Landesrechnungshofs durch, nachdem SPÖ-Kandidat Gerhard Steger die notwendige Mehrheit im zuständigen Ausschuss um eine Stimme verpasst hat und die ÖVP letztlich davor zurückschreckt, Helga Berger als schwarz-blaue Kandidatin zur Nachfolgerin Josef Mosers zu bestellen.

16. Juni

Mindestsicherung

Als erstes Bundesland beschließt Oberösterreich eine Kürzung der Mindestsicherung für Asylberechtigte.

19. Juni

IGGÖ

Der 28-jährige Theologe Ibrahim Olgun wird zum neuen Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich gewählt. Vorgänger Fuat Sanaç war nach interner Kritik nicht mehr angetreten. Doch auch gegen Olgun regt sich Widerstand: Er kommt aus dem mächtigen türkischen Verband Atib, dem übergroße Nähe zu Recep Erdoğans AKP nachgesagt wird.

22. Juni

Fußball-EM

Große Enttäuschung für ein gerade noch euphorisches Fußball-Land: Das österreichische Nationalteam scheidet bereits in der EM-Gruppenphase aus. Die Österreicher verlieren nach dem 0:2 gegen Ungarn und einem 0:0 gegen Portugal in St. Denis gegen Island mit 1:2 und werden damit Gruppenletzter. Europameister wird schließlich Portugal, das sich im Finale gegen Gastgeber Frankreich nach Verlängerung mit 1:0 durchsetzt.

24. Juni

Brexit

In einem historischen Referendum stimmen die Briten mit 51,9 Prozent für den Austritt aus der Europäischen Union. Premier David Cameron erklärt seinen Rücktritt, in Schottland und Nordirland bekommen Separatisten Aufwind, die für eine Abspaltung von Großbritannien sind und in der EU verbleiben wollen. Auch in vielen EU-Hauptstädten wächst die Sorge vor einem weiteren Erstarken von Nationalisten und Rechtspopulisten.

25. Juni

Christian Kern

Die SPÖ bestimmt Bundeskanzler Christian Kern bei einem Parteitag in Wien mit knapp 98 Prozent zum Parteivorsitzenden.

28. Juni

Terror Istanbul

In der Türkei vergeht keine Woche mehr ohne Attentat: Drei Attentäter greifen den Eingangsbereich am internationalen Terminal des Istanbuler Atatürk-Flughafens an. Nach einer Schießerei sprengen sich alle drei in die Luft und töten dabei 45 Menschen. Rund 240 Personen werden verletzt. Die Regierung vermutet den IS hinter der Tat.

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