More of the same: Marcel Hirscher gewinnt zum fünften Mal den Weltcup

More of the same: Marcel Hirscher gewinnt zum fünften Mal den Weltcup

Österreich

2016 im Rückblick

März: Balkanroute, Hypo-Skandal und Karadžić-Urteil.

Ski-Weltcup. Marcel Hirscher holt sich vorzeitig und zum fünften Mal in Serie den Gesamtsieg im alpinen Ski-Weltcup – das ist vor ihm noch niemandem gelungen. Bei den Technikrennen in Kranjska Gora gewinnt Hirscher je einen Riesentorlauf und Slalom. Der Salzburger holt sich auch die kleine Kristallkugel für den Gewinn der Riesentorlauf-Wertung, der Norweger Henrik Kristoffersen jene im Slalom.

Balkanroute. Die Balkanroute für Flüchtlinge ist faktisch geschlossen: Slowenien, Kroatien, Serbien und Mazedonien lassen niemanden ohne gültigen Reisepass und Visum mehr passieren. Damit sitzen mehr als 35.000 Menschen in Griechenland fest. Österreichs Regierung ist zufrieden, Kritik kommt von Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel.

Hypo-Skandal. Die Heta-Gläubiger lehnen das erste Rückkaufangebot des Bundes ab. Das Angebot des Kärntner Ausgleichszahlungsfonds erlischt ob zu geringer Zustimmung. Als Reaktion kommt am 10. April der Schuldenschnitt für die Heta, die Abbaueinheit der Kärntner Problembank Hypo Alpe-Adria. Besitzer vorrangiger Anleihen verlieren laut der Verfügung der Finanzmarkt-
aufsicht 54 Prozent, Nachranggläubiger überhaupt alles. Am 18. Mai erzielt Finanzminister Schelling dann doch mit einer großen Gruppe von Heta-Gläubigern eine grundsätzliche Einigung über eine außergerichtliche Beilegung des Streits über die Heta-Verbindlichkeiten in Milliardenhöhe, für die das Land Kärnten haftet. Kärnten beteiligt sich daran mit 1,2 Milliarden Euro. Am 4. Oktober wird das zweite Angebot angenommen, Kärnten kann einen Schlussstrich unter die Heta-Affäre ziehen – muss aber noch viele Jahre Geld zurückzahlen. Die Heta ist mit acht Milliarden Euro überschuldet.

Buena Vista Social Club: Barack Obama besucht Raul Castro in Havanna

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Flüchtlingsdeal. Der umstrittene EU-Türkei-Flüchtlingsdeal ist perfekt: Ab sofort sollen alle an der EU-Außengrenze in Griechenland aufgegriffenen Migranten in die Türkei zurückgeführt werden. Die EU verpflichtet sich im Gegenzug, für jeden zurückgeschickten Syrer einen syrischen Kriegsflüchtling aus der Türkei aufzunehmen. Die Türkei soll für die Flüchtlingsbetreuung mit sechs Milliarden Euro von der EU unterstützt werden, außerdem wird Ankara eine Visa-Liberalisierung in Aussicht gestellt. Kritiker bemängeln, dass sich die EU mit dem Deal völlig von Erdoğan abhängig macht.

USA–Kuba. Als erster US-Präsident seit der Revolution von 1959 besucht Barack Obama das sozialistische Kuba. Er trifft mit Staatschef Raúl Castro zusammen, mit dem er Ende 2014 ein Ende der Eiszeit zwischen den beiden Staaten vereinbart hat. In Havanna kündigt er weitere Schritte zur Annäherung der langjährigen Feinde an.

Terror Brüssel. In Brüssel werden bei Selbstmordanschlägen am Flughafen und in der U-Bahn insgesamt 32 Menschen getötet, mehr als 300 werden verletzt. Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) bekennt sich zu den Anschlägen, in ganz Europa herrscht höchste Alarmstufe. Die in den folgenden Tagen festgenommenen überlebenden Attentäter hatten Verbindungen zum wenige Tage vor den Anschlägen in Brüssel verhafteten Hauptverdächtigen der Pariser Anschläge von November 2015, Salah Abdeslam.

Brüssel: Zwei Verletzte nach der verheerenden Bombenexplosion auf dem Flughafen

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Karadžić-Urteil. Der bosnisch-serbische Ex-Präsident Radovan Karadžić wird nach fast siebenjährigem Prozess vom UNO-Tribunal in Den Haag wegen des Völkermordes in Srebrenica zu 40 Jahren Haft verurteilt. Der ebenfalls wegen Kriegsverbrechen angeklagte serbische Ultranationalist Vojislav Šešelj wird hingegen wenige Tage später mangels an Beweisen überraschend freigesprochen.

Myanmar. Die einstige Militärdiktatur Myanmar hat nach mehr als einem halben Jahrhundert erstmals wieder eine demokratisch gewählte Regierung. Der Ökonom Htin Kyaw (69) wird in der Hauptstadt Naypyidaw als Präsident vereidigt. Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die nicht für das Präsidentenamt kandidieren durfte, wird „Superministerin“. Die eigentliche Regierungsmacht liegt damit bei ihr.

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