Einer Meinung? Sebastian Kurz und Othmar Karas im Vergleich
Österreich

Einer Meinung? Sebastian Kurz und Othmar Karas im Vergleich

Sebastian Kurz, der Obmann der ÖVP, und Othmar Karas, der EU-Spitzenkandidat der ÖVP, sind erstaunlich oft unterschiedlicher Meinung.

Kurz: „Die Bundesregierung lehnt den UN-Migrationspakt nach eingehender Prüfung ab.“

Karas: „Der Rückzug Ungarns vom UN-Migrationspakt ist unverantwortlich und ein Schlag ins Gesicht der Menschenrechte.“

------------------------------------------

Kurz: „Wir kürzen die Familienbeihilfe für Kinder von Ausländern , die nicht einmal in Österreich leben. Das ist absolut notwendig, denn Österreich überweist Hunderte Millionen an Familienbeihilfe ins Ausland, und das ist so nicht gerecht, denn die Lebenshaltungskosten in Rumänien und anderen Ländern sind deutlich niedriger als in Österreich. Wenn es hier Klagen gegen Österreich gibt, dann nehmen wir das zur Kenntnis, aber das bringt uns nicht von unserem Weg ab.“

Karas: „Die vom Nationalrat beschlossene Regelung wird beim Europäischen Gerichtshof landen, weil eine Indexierung von Familienleistungen nach dem Wohnort innerhalb der EU rechtswidrig ist.“

------------------------------------------

Kurz: „Nur weil man etwas Reform nennt, muss es deswegen noch lange nicht in die richtige Richtung gehen. Emmanuel Macrons Vorschlag eines gemeinsamen Euro-Zonen-Budgets oder die Idee eines EU-Finanzministers halte ich für den falschen Ansatz.“

Karas: „Die Lehre aus den Problemen (von Griechenland, Anm.) muss eine Weiterentwicklung der EU zu einer wirklichen Wirtschafts- und Sozialunion sein. Dazu gehören ein eigener EU-Finanzminister, eine gemeinsame Budget- und Steuerpolitik und ein europäischer Währungsfonds, mindestens für die Eurozone.“

------------------------------------------

Kurz: „Für die EU-Nettozahler darf es durch den Brexit keinesfalls weitere finanzielle Belastungen geben.“

Karas: „Jeder muss mehr einzahlen – auch Österreich.“

------------------------------------------

Kurz: „Wir haben den Vorschlag der EU-Kommission für den EU-Finanzrahmen 2021 bis 2027 sehr genau geprüft. Er ist von einer für uns akzeptablen Lösung noch weit weg.“

Karas: „Der Vorschlag der Europäischen Kommission für den EU-Finanzrahmen 2021 bis 2027 geht in die richtige Richtung und ist eine taugliche Grundlage für harte Verhandlungen.“

------------------------------------------

Kurz: „Wir haben eine akkordierte Regelung (in Zusammenhang mit Asylwerbern in Lehre, Anm.) gefunden, Asyl von der Zuwanderung in den Arbeitsmarkt zu trennen . Wir haben Ausnahmen für Lehrlinge geprüft – es wird keine geben. Es wäre schwierig, eine rechtliche Regelung speziell für Lehrlinge zu finden.“

Karas: „Einerseits wird jeden Tag der Fachkräftemangel beklagt. Andererseits stehen arbeitswillige junge Menschen, die während ihres Asylverfahrens eine Ausbildung zum Facharbeiter erhalten, regelmäßig vor ihrer Abschiebung. Viele greifen sich wegen dieser Widersprüche an den Kopf.“

Kommentar verfassen
  • Helmut Plattner (begin2wonder) Do., 14. März. 2019 18:14

    @ Stefan Uttenthaler, posting 1.2.19: So wie Sie das schreiben, ist es nicht.
    Siehe:
    http://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/eu-affairs/20140711STO52254/infografik-so-funktioniert-die-wahl-des-kommissionsprasidenten

    Über das Demokratiedefizit der EU darf also, heute mehr denn je, "lächerlich" weitergejammert werden.

    Melden
  • Stefan Uttenthaler
    Stefan Uttenthaler Fr., 01. Feb.. 2019 10:02

    Ich hege den Verdacht, ja sogar die Hoffnung, dass sich Karas nach der EU-Wahl von der ÖVP abspaltet und zu den NEOS überläuft oder eine eigene Liste gründet. Dann braucht er sich von Anti-Robin-Hood Kurz nichts mehr dreinreden lassen!

    Melden
  • Do., 31. Jan.. 2019 16:37

    die doppelzüngigkeit der ÖVP hat schon was kabarettistisches an sich... resp. 'wer is stärker? i oda i?'

    Melden
  • Helmut Plattner (begin2wonder) Do., 31. Jan.. 2019 09:04

    Ihr Gedanke hat was für sich. In Religionen ist es nicht erlaubt, von oben oktroyierte Dogmen logisch zu hinterfragen. Ähnliches gilt für die EU:
    Brüssel locuta causa finita.

    Ähnliches gilt für den "demokratischen" Aufbau der beiden Organisationen:
    Weder Franziskus noch J.C. Juncker wurden von den Mitgliedern gewählt.

    Den Erweiterungs-Kurienkardinal Hahn (ÖVP) nicht vergessen! ;-)

    Melden
    • Stefan Uttenthaler
      Stefan Uttenthaler Fr., 01. Feb.. 2019 10:00

      Juncker war genau so Spitzenkandidat der EVP bei der EU-Wahl wie Kurz Spitzenkandidat der ÖVP bei der Nationalratswahl war. Das ist ein lächerliches Gejammer, Herr Plattner!

      Melden
  • Egon Weber (VanGrinten) Do., 31. Jan.. 2019 08:13

    Herr Karas kommt mir vor wie ein Priester, der die EU predigt!

    Melden