Der designierte österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen

Der designierte österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen

Österreich

Van der Bellen wird Bundespräsident

Hofer räumt Niederlage ein - FPÖ will Wahl nicht mehr anfechten - Angelobung am 26. Jänner.

Der nächste Bundespräsident heißt Alexander Van der Bellen. Der frühere Grünenchef hat die vom Verfassungsgerichtshof angeordnete Wahlwiederholung am Sonntag klar gewonnen. Eine Hochrechnung der ARGE Wahlen sah Van der Bellen eine Stunde nach Wahlschluss bei 53,4 Prozent. FP-Kandidat Norbert Hofer hat seine Niederlage bereits eingeräumt.

Während Van der Bellen die erste Stichwahl am 22. Mai nur knapp gewonnen hatte, räumte Hofer seine Niederlage diesmal bereits eine halbe Stunde nach Wahlschluss ein. "Ich bin unendlich traurig, dass es nicht geklappt hat", sagte er via Facebook, gratulierte Van der Bellen zum Wahlsieg und appellierte an "alle Österreicher zusammen zu halten und zusammen zu arbeiten": "Wir alle sind Österreicher, ganz egal, wie wir uns an der Wahlurne entschieden haben."

Erstmals ein Grüner Bundespräsident

Schon in den ersten Hochrechnungen, die diesmal erst eine halbe Stunde nach Wahlschluss vorlagen, war Van der Bellen uneinholbar vorne. Gegenüber der vom Verfassungsgerichtshof aufgehobenen ersten Stichwahl konnte er quer durch Österreich zulegen und auch zahlreiche Landgemeinden für sich gewinnen. Selbst in Pinkafeld im Burgenland, der Heimatgemeinde seines Gegenkandidaten, gewann Van der Bellen knapp drei Prozentpunkte dazu, wobei hier Hofer trotzdem klar voranlag.

Erstmals wird mit Van der Bellen ein Grüner und kein Vertreter von SPÖ oder ÖVP zum Bundespräsidenten. "Das ist ein historischer Tag, eine historische Zäsur", sagte Grünen-Chefin Eva Glawischnig. Für Österreich sei es eine gute und deutliche Entscheidung. Sie sei überzeugt, dass Van der Bellen es schaffen werde, Brücken zu bauen und Wunden aus dem Wahlkampf zu heilen, so Glawischnig.

Strache sieht "Angstkampagne"

FP-Chef Heinz Christian Strache führte die Niederlage seines Kandidaten auf eine "Angstkampagne" und eine "massive Walze des Systems gegen Norbert Hofer" zurück. Dennoch sei es das historisch erfolgreichste Ergebnis in der Geschichte der FPÖ. Eine neuerliche Wahlanfechtung schloss der FP-Chef aus. Der Angelobung Van der Bellens am 26. Jänner dürfte damit nichts mehr im Wege stehen.

Wichtigstes Wahlmotiv der Van der Bellen-Wähler war laut einer Online-Umfrage des Meinungsforschers Peter Hajek für ATV die Verhinderung eines Rechtsruckes. Bei Norbert Hofer war das Wahlmotiv Nummer eins "Asylkrise/Zuwanderung/schaut auf die Österreicher". 28 Prozent der Hofer-Wähler gaben diesen Grund an.

Nötig geworden war die Wahlwiederholung, weil der Verfassungsgerichtshof den knappen Sieg Van der Bellens vom 22. Mai aufgehoben hatte. Wegen Formfehlern bei der Auszählung der Briefwahlstimmen in 14 Bezirken hatten die Höchstrichter damit erstmals eine bundesweite Wahl gekippt. Anders als beim ersten Anlauf steht der Sieger nun aber bereits am Wahltag fest. Die Auszählung der Briefwahlstimmen ab Montag kann das Ergebnis nach Einschätzung der Hochrechner nicht mehr "drehen".

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