Die SPD muss sich entscheiden
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Die SPD muss sich entscheiden

Diesen Samstag könnte die monatelange Suche nach einer Spitze der deutschen Sozialdemokratie enden: Die Ergebnisse der Mitgliederbefragung werden präsentiert.

So wurde in Deutschland wohl noch nie eine neue Parteiführung gesucht: Insgesamt 17 Bewerber tourten wochenlang durch das Land, um sich dort den Mitgliedern der SPD zu empfehlen. Jeweils fünf Minuten durften sie sich bei 23 Terminen vorstellen, dann eine Minute auf eine Frage des Moderators und eine Minute auf eine Frage aus dem Publikum antworten. Seit vergangenem Montag wählen die rund 430.000 SPD-Mitglieder nun, diesen Freitag endet diese erste Stimmabgabe.

Tags darauf könnte bereits bekannt werden, ob eine Stichwahl nötig ist oder es einen klaren Gewinner gibt. Genauer gesagt: ein Gewinner-Pärchen, denn nur ein Bewerber (der bayerische Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Brunner) kandidiert allein. Alle anderen treten zu zweit an, jeweils ein Mann und eine Frau. Die Kosten für das langwierige und ungewöhnliche Verfahren belaufen sich laut SPD auf rund 1,9 Millionen Euro.

Der bekannteste Bewerber ist Olaf Scholz, der amtierende Vizekanzler und Finanzminister. Er tritt mit der Brandenburger Regionalpolitikerin Klara Geywitz an. Der linke Flügel der SPD hatte keine eigenen Kandidaten ins Rennen geschickt. Kevin Kühnert, der Bundesvorsitzende der Jugendorganisation Jusos, unterstützt aber das Duo Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken: Walter-Borjans ist Volkswirt und war bis 2017 Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, Esken ist Informatikerin und Bundestagsabgeordnete. Sie sehen die große Koalition zwischen SPD und CDU/CSU skeptisch und wollen bei einem Sieg über deren Fortbestand debattieren.