Der Sprecher der größten Gläubigergruppen, dem Dexia-Kommunalbank-Chef Friedrich Munsberg und Finanzminister Hans Jörg Schelling.

Der Sprecher der größten Gläubigergruppen, dem Dexia-Kommunalbank-Chef Friedrich Munsberg und Finanzminister Hans Jörg Schelling.

Wirtschaft

Vier Fragen zum Heta-Deal

Milliarden gehen raus - kommt auch was rein?

Eine "große Lösung" kündigte Finanzminister Hans Jörg Schelling in Sachen Heta, vormals Hypo Alpe-Adria, an. Für die Gläubiger der Skandalbank ist sie das tatsächlich. Sie können mit der Rückzahlung von bis 90 Prozent ihrer Investitionen (Gesamtnominale von rund elf Milliarden Euro) rechnen. Deutlich mehr als das, was Finanzministerium und Land Kärnten ursprünglich angeboten hatten. Finanzieren wird das der Steuerzahler. Wie viel genau das kostet, steht aber immer noch nicht fest. Das wird man erst in ein paar Jahren wissen, wenn die Resteverwertung abgeschlossen ist. Und die von Kreditnehmern gepfändeten Autos, Maschinen und Immobilien zu Geld gemacht wurden.

Wie groß ist das Vermögen tatsächlich?

Da die Zerschlagung der früheren Bank noch läuft, ist die Frage eine hypothetische. Es gibt lediglich Berechnungen, wie hoch die Erlöse der Heta letztlich sein werden. "In unserem Mittelfristplan rechnen wir mit einem Cash-Bestand von 6,3 Milliarden Euro", so ein Heta-Sprecher. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) kalkuliert pessimistischer mit zwei Milliarden weniger.

Wie lang läuft der Verkauf?

Besagte 6,3 Milliarden Euro sollen bis zum Jahr 2020 hereinkommen. Bis 2018, zwei Jahre früher, plant die Heta rund 80 Prozent der Assets verkauft zu haben. Die FMA muss den geplanten Verkäufen zustimmen, zeitliche Vorgaben gibt die Behörde jedoch nicht.

Von welchen Assets sprechen wir?

Im Wesentlichen von zweierlei: Erstens stehen Immobilien, Fahrzeuge, Yachten und andere Güter zum Verkauf, die säumigen Kreditnehmern abgenommen wurden. Zweitens -der weitaus wichtigere Teil -sollen Pakete mit offenen uneinbringlichen Kreditforderungen angebracht werden. Die potenziellen Käufer sind spezielle Fonds. Diese hoffen, mit dem Eintreiben der Kredite mehr Geld zu lukrieren, als sie das Paket ursprünglich gekostet hat. Bisher wurden laut Heta 168 Millionen Euro Kreditforderungen gegenüber Privatkunden aus den Balkanstaaten an den norwegischen Finanzdienstleister B2-Holding verkauft. Sieben weitere Pakete stehen momentan zum Verkauf.

Und wie wär's mit einer Gebrauchtyacht?

Die anderen Assets finden sich auf der Website aaaplatform.com, einem etwas anderen Online-Flohmarkt, der von der Heta selbst betrieben wird. Vom Flugzeughangar in Bosnien bis zum Zirkuszelt in Deutschland kann dort alles Mögliche erworben werden. Einem Sprecher zufolge wurden bis Ende 2015 rund 3000 Assets im Wert von 55 Millionen Euro verkauft. Das größte Interesse bestehe an Fahrzeugen und Yachten. Derzeit im Angebot: 22 Autos, 3 Lkw, 76 Maschinen, 6 Schiffe, 835 Immobilien.

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