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Wirtschaft
08/08/2017

Abgas-Skandal: Aus dem Verkehr ziehen

Auch österreichischen VW-Fahrern könnte ein Zulassungsentzug drohen.

von Christina Hiptmayr

Die Autobranche hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Im Herbst 2015 wurde der VW-Skandal rund um die Abgasmanipulationen bei Dieselmotoren bekannt. Seither zieht die Affäre immer weitere Kreise, auch andere Hersteller stehen am Pranger. VW muss in den USA Bußgelder in Höhe von 4,3 Milliarden US-Dollar zahlen. Bei Audi musste der halbe Vorstand gehen, für ein bestimmtes Modell des Porsche Cayenne wurde ein Verkaufsverbot erlassen. Zudem stehen VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler unter Kartellverdacht. Seit mehr als 20 Jahren sollen die Konzerne geheime und verbotene Absprachen getroffen haben.

Das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt droht nun Besitzern von Dieselfahrzeugen der Marke Volkswagen mit dem Entzug der Zulassungserlaubnis. Jenen VW-Fahrern, die sich dem Softwareupdate verweigern, kündigt das Amt "die Untersagung des weiteren Betriebs des Fahrzeugs auf öffentlichen Straßen“ an. Die Stilllegung des Fahrzeugs sei "in der Regel gebührenpflichtig“.

In Österreich sind rund 390.000 Autos von der Abgasmanipulation im VW-Konzern (inklusive der Marken Škoda, Audi, Seat und Porsche) betroffen. Droht Update-Verweigerern hierzulande ebenfalls ein Zulassungsentzug?

In letzter Konsequenz: Ja.

Die betroffenen VW-Fahrer wurden per Brief über die Rückrufaktion informiert. Laut Auskunft des Verkehrsministeriums haben bisher über 70 Prozent der Angeschriebenen dem Aufruf Folge geleistet. Jene Autobesitzer, die ihr Fahrzeug noch nicht umrüsten ließen, werden vom Versicherungsverband ein Erinnerungsschreiben erhalten. Wird auch dieses ignoriert, droht eine Vorladung durch die Landespolizeidirektion beziehungsweise die Bezirkshauptmannschaft, das Fahrzeug bei der Landesprüfstelle überprüfen zu lassen. Weil auf Österreichs Straßen nur typengenehmigte Fahrzeuge erlaubt sind, könnten die Behörden in letzter Instanz nicht typenkonformen Autos die Zulassung entziehen. Den Betroffenen eine zeitliche Frist zu setzen, ist indes nicht geplant: "Ich halte nichts von Strafen für die Geschädigten. In der Pflicht ist ganz klar VW: Der Konzern muss seiner Holschuld nachkommen und dafür sorgen, dass der Schaden auf kundenorientierte Weise behoben wird“, erklärt Verkehrsminister Jörg Leichtfried.

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