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MediaMarkt-Übernahme: Der Spion, der aus dem Kühlschrank kam

Österreichs Behörden stehen bei der Übernahme der Elektrohandelskette MediaMarktSaturn durch den chinesischen Konzern JD.com auf der Bremse. Jetzt fordert auch das EU-Parlament eine rigorose Prüfung.

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Einkaufszentrum The Mall, Wien Mitte. In der MediaMarkt-Filiale im zweiten Geschoss ist unter der Woche nicht allzu viel los. Die Klimaanlage bläst parfümierte Luft durch die Gänge. Der deutsche Fußballtrainer Jürgen Klopp lächelt routiniert von einem Kartonaufsteller. Die Mitarbeiter erledigen unaufgeregt ihren Job.

Dabei gäbe es genug Grund zur Aufregung. MediaMarkt ist mit mehr als 1000 Shops in elf Ländern Europas größte Elektronikhandelskette. Und die Konzernmutter Ceconomy AG mit Sitz in Düsseldorf steckt mitten in einem Geschäft von globaler Dimension: Der chinesische Onlinehändler JD.com hat schon im Vorjahr die Mehrheit an Ceconomy übernommen. Und ausgerechnet in Österreich gibt es deswegen Brösel. Denn das österreichische Wirtschaftsministerium muss dem Eigentümerwechsel zustimmen. Die nationalen Behörden in Europa kontrollieren Übernahmen von Unternehmen aus Drittstaaten wie China im Rahmen von Investitionskontrollgesetzen. Dabei geht es um die Frage, ob eine „Gefährdung der Sicherheit oder öffentlichen Ordnung“ vorliegen könnte. Das bedeutet vor allem, ob kritische Technologien oder Infrastruktur betroffen sind. Aber auch, ob die Sicherheit der Daten heimischer Konsumenten gewährleistet ist.

Andreas Lieb

berichtet als EU- und Nato-Korrespondent aus Brüssel und Straßburg; die letzten acht Jahre für die „Kleine Zeitung“, nun für profil.