Wirtschaft

Dyk: Die Mehlmacher aus dem Waldviertel

Eine Getreidemühle aus Containern, die vor Lieferengpässen in der Landwirtschaft schützen soll und einzelne Betriebe unabhängiger macht. Die Zeit für Lisa Dyks Familienunternehmen könnte – nun doch – gekommen sein.

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Lisa Dyk öffnet die Tür zu einem exponierten Balkon mit einem Metallrost als Boden. Das Rauschen der Thaya unter ihr vermischt sich mit dem gleichbleibenden Surren einer Filteranlage, die permanent läuft. „Sonst würde der ganze Ort nach Malz riechen“, sagt Dyk. Denn unter ihr lagern mehreren Tonnen Getreide in einem der Silos, die den Mühlenbetrieb ihrer Familie mit Rohmaterial versorgen. Eine stets unabhängige Mühle in Österreich, die sich über fünf Generationen behauptet hat.

Unabhängig sein, das wird im Familienunternehmen der Dyks großgeschrieben. Es lag an Lisa Dyks Vater – Peter Dyk –, die Mühle in Raabs an der Thaya im nördlichen Waldviertel in der Nachkriegszeit zu übernehmen. Dyk wollte aber nicht gleich in den Betrieb einsteigen und ging für mehrere Monate nach Südafrika. In dem noch von der Apartheid beherrschten Land betrieb er zwei Mühlen und lernte seine zukünftige Frau – Lydia – kennen. Die Entwicklungen in der südafrikanischen Landwirtschaft zeigten ihm aber auch, was auf Österreich noch zukommen könnte: dass kleine Mühlen kontinuierlich von großen Unternehmen verdrängt werden.