Gefälschte Markenkleidung liegt aufgereiht auf einem Marktstand in der Excalibur City
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Fake Fashion: Wie Jugendliche ein Online-Imperium austricksen

Auf Zalando teure Markenware bestellen – und dann Fälschungen vom Ramschmarkt retournieren: Wie Jugendliche ein Online-Imperium austricksen.

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Gucci, Louis Vuitton, Chanel, Ralph Lauren – um 50 Euro oder auch nur um 40. Wenn man gut verhandelt, gibt es die Tasche sogar um 20. Zwischen den Verkaufsständen des Asia-Bazars in der Excalibur City sind an diesem Samstag im Juli die Schnäppchenjäger unterwegs. Über 120 Stände reihen sich hier aneinander, vollgestopft mit Kleidung, Schuhen, Sonnenbrillen, Parfums, Taschen und Accessoires. Kleider hängen neben bunten T-Shirts, auf den Tischen liegen Handtaschen und Pullover, die den Produkten bekannter Designermarken zum Verwechseln ähnlich sehen. Verkäufer stehen hinter ihren Ständen, kommunizieren mit ihren Kunden und verhandeln über Preise.

Ein junger Mann fragt, während er einen Ralph-Lauren-Pullover – oder zumindest einen, der so aussehen soll – in der Hand hält: „Wie viel kostet der?“ Der Verkäufer nennt einen Preis. Der Jugendliche wirft einen kurzen Blick auf das Etikett und vergleicht den Pullover mit einem Bild auf seinem Handy. Es beginnt eine Verhandlung. „Das ist zu teuer, biete mir einen besseren Preis an“, sagt er. Nach ein paar Minuten einigen sie sich auf eine Summe: 15 Euro, der junge Mann ist immerhin Stammkunde an diesem Stand.

Das Handeln ist Teil des Einkaufserlebnisses auf diesem Markt und von den Händlern bereits eingepreist. Für einige Kunden beginnt hier jedoch nicht nur die Suche nach einem günstigen Angebot, sondern vielmehr nach einem ganz bestimmten Produkt – einem echten Markenzwilling, möglichst täuschend ähnlich einem Luxusteil, das online ein Vermögen kostet und das sich die Marktbesucher eher nicht leisten können.

Manche Stände am Asia-Bazar sind der Ausgangspunkt einer Geschichte, die in einem österreichischen Zalando-Verteilzentrum in Kalsdorf oder nahe Berlin endet. Sie geht, in der Kurzfassung, so: Markenklamotten werden auf Zalando bestellt, identische Fälschungen in der Excalibur City in Tschechien gekauft, die gefälschte Ware an Zalando retourniert, das Original behalten – und schon hat man eine Menge Geld gespart. Diese Betrugsmasche haben zahlreiche Jugendliche mit begrenztem Budget für sich entdeckt. Doch Zalando bleibt sie seit Jahren unbemerkt. profil begab sich auf Spurensuche – von Wien über die Excalibur City bis in die Zalando-Zentrale in Berlin – und sprach mit zahlreichen Jugendlichen über ihr zweifelhaftes Geschäftsmodell.

Der Asia-Bazar in der Excalibur City, wo die gefälschte Markenware verkauft wird.
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