Fall Telekom/Mensdorff-Pouilly: Laut Justiz erbrachte Lobbyist gar keine Leistungen

Fall Telekom/Mensdorff-Pouilly: Laut Justiz erbrachte Lobbyist gar keine Leistungen

1,1 Millionen Euro wurden auch verwendet, um Anwälte in Großbritannien zu bezahlen.

Wie „profil“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, wirft die Staatsanwaltschaft Wien dem Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly vor, für die der Telekom Austria 2008 verrechneten Honorare über insgesamt 1,1 Millionen Euro nichts geleistet zu haben. Weder soll Mensdorff-Pouilly die Telekom, wie von ihm behauptet, in Zusammenhang mit möglichen Akquisitionen in Osteuropa beraten haben; noch soll er, wie immer wieder vermutet, für die Telekom in Zusammenhang mit dem Tetron-Auftrag des Innenministeriums 2004 tätig geworden sein.

„Nach umfangreichen Ermittlungen ist eine Leistungserbringung von Alfons Mensdorff-Pouilly für den Telekom-Konzern im Rahmen des Projekts ,Tetron‘ auszuschließen“, heißt es in der Anklageschrift. Auch darüber hinaus habe er keine „wirtschaftlich werthaltigen Leistungen an die Telekom“ erbracht. Laut dem Sachverständigen der Staatsanwaltschaft Matthias Kopetzky verwendete Mensdorff-Pouilly die Zuwendungen der teilstaatlichen Telekom – mittelbar also Steuergelder – auch dazu, um Rechtsanwälte in Großbritannien zu bezahlen. Und zwar in „inhaltlichem Zusammenhang mit den gegen Alfons Mensdorff-Pouilly anhängigen Ermittlungen im Zusammenhang mit BAE“.