Hedgefonds haben im Gegensatz zum herkömmlichen sparen ein hohes Finanzrisiko.

Hedgefonds haben im Gegensatz zum herkömmlichen sparen ein hohes Finanzrisiko.

© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
09/14/2021

Hedgefonds: Die Rückkehr der „Heuschrecken“

Hedgefonds sind hochriskant und übel beleumundet, aber trotzdem so erfolgreich wie seit 20 Jahren nicht mehr.

von Christina Hiptmayr

Sie gehören zu den vielleicht am übelsten beleumundeten Anlageklassen, zu den riskantesten zählen sie allemal. Die Rede ist von Hedgefonds, also alternative, aktiv gemanagte und abseits der Börse gehandelte Investmentfonds. In ihrem klassischen Sinn waren sie dazu gedacht, Aktiengeschäfte gegen Risiken, zum Beispiel eine negative Marktentwicklung, abzusichern.

Heute werden sie überwiegend für die Börsenspekulation genutzt. 2005 verglich der damalige SPD-Chef Franz Müntefering das Agieren mancher Investoren mit „verantwortungslosen Heuschreckenschwärmen, die im Vierteljahrestakt Erfolg messen, Substanz absaugen und Unternehmen kaputtgehen lassen, wenn sie sie abgefressen haben“. Mit der weltweiten Finanzkrise ab 2007 waren solche Unternehmungen in der allgemeinen Wahrnehmung endgültig unten durch. Seither gelten im deutschen Sprachgebrauch Kapitalbeteiligungen mit kurzfristigen oder überzogenen Renditeerwartungen wie Hedgefonds als Heuschrecken.

Hedgefonds erleben aktuell wieder einen Aufschwung

Nun erfahren sie wieder enormen Aufwind. Global investierende Hedgefonds zeigen eine deutlich bessere Leistung als in den Jahren zuvor. Mehr noch: Ihre aktuelle Performance ist die beste seit rund 20 Jahren. Institutionelle Investoren sorgten mit Rekordzuflüssen im Zusammenspiel mit beispiellosen Gewinnen für ein enormes Wachstum. Das Gesamtkapital der Branche hat sich seit Ausbruch der Corona-Krise um über eine Billion Dollar erhöht und schrammt nun an der Vier-Billionen-Dollar-Marke, heißt es vonseiten des Analysehauses HFR.

Hedgefefonds als Kleinanleger?

In den meisten Ländern ist die Geldanlage in Hedgefonds für Kleinanleger nicht möglich, sondern auf professionelle Investoren beschränkt. Über sogenannte „Liquid Alternatives“ können sich allerdings auch private Anleger engagieren. Grundsätzlich versteht man darunter hedgefonds-ähnliche Strategien, die allerdings in einem regulierten Produktmantel angeboten werden.

Fonds wie den „Man AHL Trend Alternative“, den „Gamco Merger Arbitrage“ oder den „Pictet Atlas Titan (Equity Long/Short Global)“ können sich auch private Anleger ins Portfolio nehmen. Vorausgesetzt, das nötige Kleingeld ist vorhanden: Das Mindestinvestment bewegt sich je nach Fonds zwischen 1000 und 100.000 Euro. Und aufgrund des hohen Risikos sind sie nur als Beimischung und nicht als Kernbestandteil eines Depots geeignet.

 

 

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