Ex-Commerzialbank-Chef Martin Pucher

Ex-Commerzialbank-Chef Martin Pucher

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Wirtschaft
09/11/2021

Commerzialbank-Konkurs zieht weite Kreise

Ein Jahr Commerzialbank-Skandal: 373 Gläubiger - darunter 18 Wohnbaufirmen, Kammerorganisationen und das ehemalige Team Stronach.

von Michael Nikbakhsh, Stefan Melichar

373 Gläubiger, die Forderungen im Konkursverfahren der Commerzialbank Mattersburg angemeldet haben (Stand Ende April 2021): Neben der größten Gläubigerin Einlagensicherung Austria (488,7 Millionen Euro) und bekannten Namen wie Frequentis (30,78 Millionen) und Barracuda (33,7 Millionen Euro) finden sich darauf 18 gemeinnützige Wohnbaugesellschaften, die zusammen rund 114 Millionen Euro einfordern, weiters zehn burgenländische Gemeinden mit zusammen 3,9 Millionen Euro. Auch vier Banken und eine Versicherung haben eingemeldet. Die Bank für Tirol und Vorarlberg macht zehn Millionen Euro geltend, die Bausparkasse Wüstenrot und die Raika Althofen jeweils rund sechs Millionen, die Allianz Investmentbank drei Millionen und die Wüstenrot Versicherung 9,9 Millionen Euro.

Unter den Geschädigten finden sich darüber hinaus ein Industrieller und Kunstmäzen (insgesamt 1,2 Millionen Euro), ein ehemaliger Profi-Fußballer (1,66 Millionen), die Ärztekammer Niederösterreich (2,15 Millionen Euro), der Pensionistenverband Österreich (Landesorganisation Burgenland, 82.700 Euro) und die burgenländische Landesgruppe des österreichischen Städtebundes (199.700 Euro). Die Arbeiterkammer Burgenland hatte insgesamt 403.448 Euro bei der Commerzialbank veranlagt, abzüglich der Entschädigung durch die Einlagensicherung macht sie nun 303.448 Euro im Konkurs geltend. Auch die Wirtschaftskammer-Organisation ist betroffen: Der Pensionsfonds der Wirtschaftskammer Österreich fordert 32.000 Euro, der Fachverband der Stein- und keramischen Industrie 308.080 Euro, ein dem Fachverband nahestehender Verein noch einmal 120.800 Euro. Hinzu kommen Wiener Hauseigentümergemeinschaften, lokale Wasserverbände, Kleingartenvereine, zwei örtliche Pfarrkichen (144.000 Euro), die HochschülerInnenschaft der TU Graz (205.000 Euro) und auch eine Partei, die es so nicht mehr gibt: Das „Team Stronach für Österreich in Liquidation“ macht im Mattersburg-Konkurs exakt 182.491,84 Euro geltend.

Mit Stand Ende April dieses Jahres hatten die Gläubiger insgesamt 806 Millionen Euro an Forderungen angemeldet, wovon die Masseverwalter der Kanzlei Kosch & Partner 611 Millionen Euro anerkannt hatten. Die Verwertung der Masse ist noch nicht abgeschlossen, zuletzt lagen aber jedenfalls 122,4 Millionen Euro auf den Massekonten. Da die Einlagensicherung Austria die einzige Gläubigerin ersten Ranges ist, werden die übrigen Gläubiger im Konkursverfahren wohl leer ausgehen.

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