Kärnten: Reststimmenmandat ermöglicht Rot-Grün

Eine einzige Stimme hat bei der Auszählung der Wahlkarten den Ausschlag dafür gegeben, dass ein Reststimmenmandat vom BZÖ zu den Grünen gewandert ist. Eine SPÖ/Grüne-Koalition ist damit möglich.

Die Auszählung der Wahlkarten hat das Ergebnis der Landtagswahl noch einmal verändert. Die Grünen verbesserten sich auf 12,1 Prozent und erreichten ein fünftes Mandat im Landtag, und zwar zu Lasten des BZÖ (6,4 Prozent), das nun doch nur zwei Abgeordnete stellt. Das bedeutet, dass Rot und Grün gemeinsam ohne die ÖVP regieren könnten, eine Koalition SPÖ/ÖVP/Grüne hätte im Landtag eine Zweidrittelmehrheit.

Die Zahl der Mandate der übrigen Parteien ist gleich geblieben, die SPÖ gewann 37,13 Prozent und stellt 14 Abgeordnete, die FPK fiel auf 16,85 Prozent zurück und hat sechs Mandate, die ÖVP (14,4 Prozent) fünf und das Team Stronach (11,18 Prozent) vier. Die FPK verlor bei der Wahlkartenauszählung eines ihrer beiden Direktmandate im Wahlkreis zwei, bekam aber dafür ein Reststimmenmandat dazu.

BZÖ will Nachzählung
Abg. Stefan Petzner kündigte angesichts dieser Tatsache gegenüber der APA an, man werde eine Nachzählung der Stimmen beantragen.

Es habe viel zu wenig BZÖ-Wahlbeisitzer gegeben, sagte Petzner, aus Erfahrung als Beisitzer wisse er, dass es immer wieder strittige Stimmen gebe: "Wenn dann keiner vom BZÖ dafür kämpft, wird sie einfach für ungültig erklärt, daher werden wir um dieses Mandat kämpfen." Der Spitzenkandidat der Grünen, Rolf Holub, nahm den hauchdünnen Vorsprung humorvoll: "Da sieht man, dass eine einzige Stimme die Verhältnisse ändern kann, jetzt kann jeder Grün-Wähler behaupten, dass er mit seiner Stimme die Verfassungsmehrheit für Rot, Schwarz und Grün gesichert hat."

(APA/red.)