Krankenhäusern gehen Schmerzmittel aus

Krankenhäusern gehen Schmerzmittel aus

Lieferengpässe bei zwei Herstellern – Behörde spricht von „schwieriger Situation“.

Wie profil in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, drohen Österreichs Krankenhäusern Engpässe bei der Beschaffung von hochwirksamen Analgetika. Gleich zwei Pharmahersteller, GlaxoSmithKline (GSK) und Janssen-Cilag, informierten das staatliche Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen jüngst über Verzögerungen bei der Lieferung von Opioiden, die im Bereich der Anästhesiologie vor Operationen und in der Intensivmedizin unerlässlich sind. „Der Behörde sind die Probleme bekannt“, so Christoph Baumgärtel, Experte der Medizinmarktaufsicht AGES MEA, die dem Bundesamt zugeordnet ist. „Die Situation ist schwierig, wir haben bereits einen Engpass.“

Bestände reichen nur mehr für wenige Wochen

Am 14. April meldete Janssen der Behörde die vorübergehende Einstellung der Produktion von „Sufenta“ (Wirkstoff: Sufentanil), am 29. April meldete GSK Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von „Ultiva“ (Wirkstoff: Remifentanil) – mit Hinweis auf „laufende Untersuchungen“ in einem Werk im italienischen Parma, das auch für Janssen fertigt „Wir haben es hier mit einem europaweiten Problem zu tun“, so Baumgärtel. Nach profil-Recherchen haben einige österreichische Krankenhäuser bereits dringenden Bedarf angemeldet – die Bestände reichten demnach nur mehr für vier bis sechs Wochen. Die AGES MEA versucht derzeit fieberhaft, außerhalb Europas an Chargen zu kommen, die allerdings noch extra umverpackt und -etikettiert werden müssten. Ein schwieriges Unterfangen, da „derzeit halb Europa“ auf der Suche nach den Präparaten sei, so Baumgärtel.

Janssen-Österreich-Manager Wolfgang Tüchler verweist gegenüber profil auf den Ausfall des GSK-Werks Parma. „Wir bedauern die Umstände, und setzen alles daran, die Lieferfähigkeit so schnell wie möglich wieder herzustellen.“ Barbara Masser-Mayerl, Sprecherin von GSK Österreich, erklärt den Produktionsstopp in Italien mit „Problemen im Bereich des Datenmonitorings“. „Die Produktion musste vorübergehend geschlossen werden, das hatte Auswirkungen auf den Supply in ganz Mitteleuropa.“ Laut Masser-Mayerl sind die Probleme zwischenzeitlich zwar behoben, „die Produktion läuft nun wieder an“. Wie lange es dauert, bis die Nachfrage in Europa befriedigt ist, bleibt allerdings unklar.