ÖIAG-Aufsichtsratschef Peter Mitterbauer wehrt sich gegen Kritik

ÖIAG-Aufsichtsratschef Peter Mitterbauer wehrt sich gegen Kritik

ÖIAG-Aufsichtsratschef Peter Mitterbauer will nicht Teil einer „Insiderclique“ sein, wie er in einem Interview mit profil betont. Ein Naheverhältnis zwischen ÖIAG und Industriellenvereinigung sei aber „nicht zu vermeiden“.

Der scheidende ÖIAG-Aufsichtsratspräsident Peter Mitterbauer wehrt sich gegen Claus Raidls Kritik an der Staatsholding . Der frühere Böhler-Uddeholm-Generaldirektor und ÖIAG-Vorstand Raidl hatte jüngst gegenüber profil gesagt, im ÖIAG-Aufsichtsrat dominiere eine „Insiderclique, die eigene Interessen verfolgt“. Mitterbauer dazu: „Das kann ich für mich und die Kapitalvertreter im Aufsichtsrat ausschließen.“

Auf das augenscheinliche personelle Naheverhältnis zwischen ÖIAG und Industriellenvereinigung angesprochen, meint Mitterbauer: „Im Vorstand der IV sitzen 120 österreichische Unternehmer und Manager. Dass dort Leute sitzen, die auch hier eine Funktion haben können, ist gar nicht zu vermeiden.“

Den umstrittenen Telekom-Austria-Syndikatsvertrag der ÖIAG mit der mexikanischen América Móvil verteidigt Mitterbauer im profil-Interview: „Es ging darum, die Telekom in ihrer Stellung eines österreichischen Konzerns im europäischen Wettbewerb für die Zukunft zu rüsten. Und darum, die Interessen des Staates in der neuen Konstellation optimal zu wahren.“

Auch die wiederholte Kritik der Arbeitnehmervertreter im ÖIAG-Aufsichtsrat am Zustandekommen des Telekom-Syndikats mit América Móvil lässt er nicht gelten: „Der Syndikatsvertrag ist am Dienstag vor der Sitzung im Datenraum dieses Hauses einsehbar gewesen. Die Betriebsräte sind am Vormittag gekommen und gegen 13.00 Uhr wieder gegangen. Sie haben die Möglichkeit, den Vertrag durchzuackern und sich daraus eine Meinung zu bilden, gar nicht länger in Anspruch genommen.“

(Red)

Foto: Philipp Horak für profil