Konstantin Zhevago bei einem Gerichtstermin im März 2023.
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Oligarch Zhevago: Ukrainischer Voestalpine-Lieferant in Geldnot

Ein sanktionierter Oligarch, eine insolvente Eisenerzmine und ein bestochener Höchstrichter. Und was das mit der österreichischen Voestalpine zu tun hat.

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Der Ukrainer Konstantin Zhevago ist mit 52 Jahren im wehrfähigen Alter. Am Krieg seiner Heimat gegen die russischen Invasoren nimmt er trotzdem nicht teil. Zhevago dient in einer besonderen Einheit: Das „Monaco Bataillon“ nennen Ukrainer die Gruppe von superreichen Oligarchen, die ihren Wohnsitz an die Côte d’Azur verlegt haben. Wegen des guten Wetters, um nicht zur Armee einberufen zu werden oder um sich der Justiz zu entziehen.

Konstantin Zhevago galt einst als jüngster Selfmade-Milliardär der Ukraine, brachte seinen Bergbaukonzern Ferrexpo erfolgreich an die Londoner Börse und war mehr als 20 Jahre lang Abgeordneter des ukrainischen Parlaments. Heute steht Zhevago auf der ukrainischen Sanktionsliste, ist Beschuldigter in mehreren Strafverfahren, und seine Unternehmensgruppe kämpft um das wirtschaftliche Überleben. Die finanziellen Schwierigkeiten des in Ungnade gefallenen Oligarchen könnten sich bis nach Österreich auswirken, wo Zhevago seit vielen Jahren tief verwurzelt ist.

Die zentralukrainische Region Poltawa ist reich an Bodenschätzen. Hier, an den Ufern des Dnepr, fördert das Bergbauunternehmen Poltawski GOK („Bergbaukombinat Poltawa“) Eisenerz und verarbeitet dieses zu Pellets für die Stahlindustrie. Die Mine in Poltawa ist eine der größten in Europa, sie sitzt auf einem Vorkommen von mehr als einer Milliarde Tonnen Eisenerz. Ihre Cash-Reserven werden deutlich früher zuneige gehen. Denn das Bergwerk Poltawa gehört der Ferrexpo AG mit Sitz im Schweizer Kanton Zug, einem der größten Hersteller von Eisenerzpellets weltweit. Ferrexpo notiert an der Londoner Börse. Seit 1. Mai 2026 ist der Handel der Aktien allerdings ausgesetzt. Der Grund: Eine dringend benötigte Kapitalerhöhung ist gescheitert. In einer Unternehmenspräsentation für Investoren hat Ferrexpo im April 2026 die dramatische Situation dargelegt. „Sollte die geplante Kapitalbeschaffung nicht erfolgreich abgeschlossen werden, reicht die Liquiditätsreserve der Gruppe nur bis etwa Ende August 2026.“ Mitte April hatte Ferrexpo demnach nur noch „rund 17 Millionen US-Dollar“ (14,5 Millionen Euro, Anm.) flüssig.

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Josef Redl

Josef Redl

ist Redakteur im Wirtschafts-Ressort.