© Christina Hiptmayr

Wirtschaft
08/28/2021

Kochgeschirrhersteller Riess Kelomat: Reden wir über … Emailgeschirr

Friedrich und Julian Riess, Geschäftsführer des Kochgeschirrherstellers Riess Kelomat, über zu hitzige Hobbyköche und eine säumige Herdindustrie. [E-Paper]

von Christina Hiptmayr

profil: Meine Herren, es ist fast Mittag. Was haben Sie denn zuletzt selbst in einem Emailkochtopf gekocht?
Friedrich Riess: Ich habe am Sonntag einen Zwiebelrostbraten gemacht und am Tag davor geröstete Eierschwammerl mit Kartofferl.
profil: Das nenne ich eine Vorlage …
Julian Riess: Mit solchen Gerichten wie mein Cousin kann ich nicht aufwarten. Ich habe mir heute in der Früh im Emailkessel Wasser für den Tee gekocht und am Wochenende in einer kleinen Stielkasserolle ein weiches Ei.

profil: Die meisten Menschen kennen Ihr pastellfarbenes Emailgeschirr noch von ihren Großmüttern. Ist das ein Fluch, weil es als altmodisch abgetan wird, oder ein Segen, weil Sie damit vom Retro-Trend der vergangenen Jahre profitieren?
Julian Riess: Das angesprochene pastellfarbene Geschirr gehört zur Serie „Classic“ und hat tatsächlich einen gewissen Kultstatus. Da gibt es ein Revival, von dem wir profitiert haben. Es ist auch international sehr beliebt, das finden Sie sogar in Südkorea. Grundsätzlich aber haben wir unser Sortiment viergeteilt. In der Serie „Country“ spielen wir mit Farben und Mustern. Da produzieren wir beispielsweise Geschirr im Dekor der Gmundner Keramik. Für „Nouvelle“ haben wir buntes Emailgeschirr mit Glasdeckeln und Edelstahlgriffen versehen. Und dann haben wir noch eine Linie, wo wir mit Designern wie dem Büro dottings zusammenarbeiten. Da sind wir ganz weit weg vom Oma-Geschirr.
Friedrich Riess: Profitiert haben wir auch vom Trend zu den offenen Küchen, denn da braucht man dann auch schönes Geschirr, das man herzeigen kann. Und natürlich vom Aufkommen des Induktionsherdes. Da bekamen wir oft die Frage gestellt, ob wir auch schon das moderne Induktionsgeschirr produzieren würden. Und wir haben immer geantwortet: Ja, seit 1922. Die Herdindustrie hat einfach 80 Jahre gebraucht, um für unser Induktionsgeschirr einen Energiesparherd zu konstruieren.

profil: Ist Ihr Geschirr eher für den Hausgebrauch oder wird es auch in der Gastronomie verwendet?
Friedrich Riess: Wir liefern auch an die Gastronomie. Gerade haben wir wieder einen Auftrag aus Deutschland vom Hotel sDörfle, das von der Schlagersängerin Andrea Berg betrieben wird, bekommen. Dort werden die Speisen in unserem Geschirr serviert. Wenn Sie in Wien zum Figlmüller gehen, bekommen Sie das gekochte Rindfleisch in einem Riess-Topf angerichtet.
Julian Riess: Und beim Münchner Oktoberfest stehen auf den Tischen meistens Riess-Pfannen mit Brathendl oder Schweinsbraten drin. Mit einem anderen Material würde das gar nicht funktionieren, denn Email speichert die Wärme, Edelstahl strahlt sie ab. Solche Pfannen gehören zu unseren meistverkauften Produkten.

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