Herbert Schweiger vor einem Plakat der Volkshochschulen
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SPÖ-Bezirksrat: Geförderte Wohnung trotz Spitzeneinkommen

Der Chef der Wiener Volkshochschulen und SPÖ-Bezirksrat Herbert Schweiger ist ein Spitzenverdiener. Seine Frau bekommt eine geförderte Wohnung in einem schicken neuen Wohnbauprojekt.

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„Qigong zum Kennenlernen“? „Hula-Tanz aus Hawaii“? Oder vielleicht Italienisch? „Dolce parlare“ als Vorbereitung für den Adriaurlaub? Das Kursprogramm der Volkshochschule (VHS) Donaustadt hat in diesem Sommer einiges zu bieten. Und auch noch reichlich Platz dafür. 

Vor wenigen Wochen hat in der Attemsgasse 38, wenige Gehminuten von der U-Bahn-Station Kagran, ein neuer VHS-Standort eröffnet, der zweite im 22. Wiener Gemeindebezirk neben jenem in der Seestadt Aspern.

Bei der Einweihungsfeier am 8. Juni gaben sich Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler und SPÖ-Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy die Ehre. Auch der frühere SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch hielt in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Volkshochschulen eine Lobrede auf das niederschwellige Bildungsangebot.

Besonders angetan von dem neuen Standort war Herbert Schweiger, Geschäftsführer der Wiener Volkshochschulen. „Ich bin überzeugter Transdanubier“, erklärte er seine Verbundenheit mit den beiden Bezirken am linken Ufer der Donau. Und: Er sei „Noch-nicht-Städter, sondern Noch-Dörfler“. 

Was er damit meinte? Wahrscheinlich das: Schweiger übersiedelt demnächst von Floridsdorf nach Donaustadt. Und zwar ausgerechnet in die Wohnhausanlage „Rote Emma“ in der Attemsgasse 38. „Wenn ich in die neue VHS will, muss ich nur mit dem Lift runterfahren“, soll Schweiger laut profil-Recherchen bei der Eröffnungsfeier mehreren Gästen erzählt haben.

Beneidenswert.

Photovoltaikanlagen, Fernwärmeanschluss, begrünte Balkone, Dachgärten, Kindergarten, Spielplätze, Tiefgarage, Abstellplätze für 900 Fahrräder: Das von den Architekturbüros Gerner Gerner Plus und AllesWirdGut geplante Projekt spielt alle Stückerl.

Und das Beste: Alle 360 Wohnungen sind gefördert. Die Miete von (höchstens) 8,55 Euro pro Quadratmeter ist dadurch deutlich günstiger als auf dem frei finanzierten Wohnungsmarkt. Die Nachfrage nach geförderten Mietwohnungen ist enorm, die 360 Einheiten in dem Kagraner Vorzeigeprojekt der gemeinnützigen Wohnbauträger BWS und Migra waren innerhalb kürzester Zeit vergeben.

"Rote Emma": 360 geförderte Wohnungen in der Attemsgasse in Donaustadt
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Rote Bonuspunkte

Bei der Vergabe gelten in Wien strenge Gehaltsobergrenzen: Nur wer weniger als 61.280 Euro netto im Jahr verdient, darf sich für eine geförderte Wohnung anmelden. Bei Zwei-Personen-Haushalten sind es 91.320 Euro. Herbert Schweiger, langjähriger Geschäftsführer der Wiener Volkshochschulen und SPÖ-Bezirksrat in Floridsdorf, sprengt diese Grenzen definitiv. 

Wie er dennoch zum Zug gekommen ist? „Meine Frau ist die Mieterin der Wohnung“, sagt Schweiger auf profil-Anfrage. Er selbst würde gar nicht dorthin ziehen, behauptet er. Selbst wenn man dieser Erklärung Glauben schenkt – ist es nicht ein bemerkenswerter Zufall, dass Schweiger einen langfristigen Mietvertrag für die VHS Donaustadt in der Attemsgasse abschließt und ausgerechnet seine Frau eine der begehrten Wohnungen bekommt? 

„Ich habe für mich selbst keinen Vorteil genommen. Ich gebe aber zu, dass die Optik nicht gut ist“, sagt Schweiger.

Leistbares Wohnen ist eines der zentralen Versprechen des Roten Wien. Von den Gesamtkosten der „Roten Emma“ von 90 Millionen Euro stammen 35 Millionen Euro aus den Wohnbaufördermitteln der sozialdemokratisch geführten Stadt Wien.

Am Dienstag hat der Wiener Landtag ein neues Vergabesystem für Gemeindewohnungen und geförderte Wohnungen beschlossen. Die Reihung der Interessenten soll durch Bonuspunkte bestimmt werden. So sollen beispielsweise Jungwiener (50 Punkte), Alleinerziehende (bis zu 80 Punkte) oder betreute Personen (75 Punkte) begünstigt werden.

Wie viel ein SPÖ-Parteibuch bringt, ist in den Vergaberichtlinien nicht ausgewiesen.

Josef Redl

Josef Redl

ist Redakteur im Wirtschafts-Ressort.