Salzburg: Burgstaller abgewählt, ÖVP auf Platz eins

Wahl - Salzburg: Burgstaller abgewählt, ÖVP auf Platz eins

Die Landtagswahl in Salzburg hat einen Absturz der SPÖ unter Landeshauptfrau Gabi Burgstaller gebracht, während die ÖVP Platz eins zurückerobern konnte. Team Stronach schafft den Einzug in den Landtag. Burgstaller zieht sich aus der Politik zurück.

Das Aufkommen des Finanzskandals bescherrte Gabi Burstaller nach neun Jahren als Landeshauptfrau eine dramatische Niederlage. Die SPÖ verliert 15,6 Prozentpunkte.

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ÖVP auf Platz eins
Laut aktueller Hochrechnung hat die ÖVP unter Wilfried Haslauer bei der Salzburger Landtagswahl den ersten Platz von der SPÖ zurückerobert. Die Volkspartei kommt demnach auf 29 Prozent (2009: 36,5). Die SPÖ muss einen dramatischen Stimmenverlust hinnehmen und kommt nur mehr auf 23,8 Prozent (2009: 39,4).

Kommentare der profil-Redaktion

Gernot Bauer: Burgstaller hat verloren, weil sie ihre Vertrauenswürdigkeit und damit das Kernkapital der SPÖ verspielt hat

Grüne auf Platz drei
Einen deutlichen Stimmenzuwachs verbuchen die Grünen (Plus 12,8 Prozentpunkte), die ihren Stimmenanteil fast verdreifachen konnten und noch vor der FPÖ Platz drei erobern. Das Team Stronach schafft den Einzug in den Landtag klar.

Die SPÖ verliert 15,6 Prozentpunkte gegenüber der Wahl 2009 und fährt damit das historisch schlechteste Ergebnis in Salzburg ein (bisher: 2004 mit 27,1 Prozent). Auch die ÖVP muss - ungeachtet des ersten Platzes - nach 2009 ein weiteres Rekord-Minus verbuchen, wenngleich der Verlust mit rund sieben Prozentpunkten nicht so stark ausfallen dürfte wie bei der SPÖ.

Stronach unter zehn Prozent
Die FPÖ kommt auf 17 Prozent, was ein Plus von rund vier Prozentpunkten darstellt (2009: 13,0). Den Einzug deutlich geschafft hat das Team Stronach bei seinem ersten Antreten. Mit 8,3 Prozent blieb die Neo-Partei aber unter der Zehn-Prozent-Marke.

Stimmen der Parteien

Salzburgs Noch-Landeshauptfrau Gabi Burgstaller hat nach dem SPÖ-Debakel bei der Landtagswahl am Sonntag erwartungsgemäß ihren Rücktritt erklärt. "So, wie es vorher angekündigt war, werde ich mich selbstverständlich aus der Politik zurückziehen", sagte sie am Sonntag Abend. Sie bemühe sich "über eine geordnete Übergabe" bis zur Bildung der nächsten Landesregierung.

ÖVP-Obmann Michael Spindelegger hat sich erfreut über das Ergebnis der Salzburger Landtagswahl gezeigt. "Nummer eins ist Nummer eins", sagte der Vizekanzler. Der Wahlausgang sei ein "klarer Regierungsbildungsauftrag" für den Salzburger Parteichef Wilfried Haslauer.

Grüne-Klubobfrau Eva Glawischnig zeigte sich vom Ergebnis überwältigt: "Ich kann es noch gar nicht fassen, ich habe noch nie im Leben einen so schönen Wahlabend erlebt."

FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache hat sich am Sonntag höchst erfreut über die Stimmenzuwächse für die FPÖ gezeigt. "Nach dem heutigen Ergebnis schlägt die letzte Stunde von Kanzler Werner Faymann", so Strache.

Auch Team-Stronach-Klubobmann Robert Lugar bezeichnete die voraussichtlich rund acht Prozent für seine Partei als "gutes Ergebnis". Die acht Prozent seien ein "Auftrag", Politik für Salzburg zu machen, und man gehe nun mit Elan in Richtung Nationalratswahl.


(APA/Ph. D./S. W.)