Was wird nun aus dem Bankgeheimnis?

Was wird nun aus dem Bankgeheimnis?

Mehr als zehn Jahre hindurch hatte Österreich hinhaltenden Widerstand geleistet und sich (wie auch Luxemburg) nicht am internationalen Austausch von Kontodaten beteiligt. Damit ist demnächst Schluss.

Beim Treffen der EU-Finanzminister im Mai stehen das österreichische und das Luxemburger Bankgeheimnis auf der Tagesordnung, die formelle Abschaffung ist damit nur mehr eine Frage der Zeit. Der litauische EU-Kommissar für Steuern Algirdas Šemeta nannte jüngst den 1. Jänner 2016 als möglichen Termin. Spätestens ab da wird Österreich nolens volens am internationalen Datenaustausch teilnehmen. Genauer: teilnehmen müssen. Ob das Bankgeheimnis, wie vom Finanzministerium angekündigt, für Inländer tatsächlich beibehalten werden kann, wird sich erst im Mai herausstellen. Das Bankgeheimnis hatte über die Jahre hinweg immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt, zuletzt vergangene Woche: In einem Untersuchungsbericht des US-Senats über die Schweizer Großbank Credit Suisse, die US-Bürgern über Jahre hinweg half, Steuern zu hinterziehen, wird Österreich eine „allseits bekannte Steueroase“ genannt.