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Von Menschen und Mäusen
01/17/2017

Wie sich Milliardäre die Zeit vertreiben

Wie sich Milliardäre die Zeit vertreiben

von Christina Hiptmayr

An sportlichen Herausforderungen lässt Richard Branson kaum etwas aus: Der Gründer der Virgin Group überquerte den Atlantik erst mit einem Schnellboot, später im Heißluftballon. Denn Ärmelkanal durchfuhr er in einem Amphibienfahrzeug. Bereits in den späten 1970er-Jahren leistete er sich eine Privatinsel. Sie gehört, wie könnte es anders sein, zu den Virgin Islands.

Ex-Volkswagen-Vorstand Martin Winterkorn, über den man erst kürzlich erfuhr, dass er 3100 Euro Rente pro Tag erhält, pflegt auch ein einigermaßen extravagantes Hobby. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel“ vergangene Woche enthüllte, soll er seinen Koi-Karpfenteich auf VW-Kosten beheizen haben lassen. 60.000 Euro soll die Anlage für die temperaturempfindlichen Fische gekostet haben.

Als Botschaft oder Privatschule wäre das Objekt gut geeignet, schlug der Makler vor. Amazon-Chef Jeff Bezos konnte der Idee nichts abgewinnen. Er wird das ehemalige Textilmuseum in Washington als Zweitwohnsitz nutzen. Die insgesamt 2500 Quadratmeter große Immobilie könnte damit zur bisher größten Privatresidenz in der US-Hauptstadt umfunktioniert werden. Den Preis von 23 Millionen Dollar soll Bezos laut einem Bericht der "Washington Post“ vom vergangenen Donnerstag bar bezahlt haben.

Carlos Slim, dessen América Móvil die Mehrheit an der Telekom Austria hält, gönnte sich in seiner Heimatstadt Mexico City ein Kunstmuseum. Das Museo Soumaya beherbergt seine Kunstsammlung mit rund 66.00 Objekten und einem geschätzten Wert von rund 700 Millionen Dollar.

Auch der Gründer und CEO von Oracle Software, Larry Ellison, hat ein Faible für Boote. Segelregatten führen ihn nicht nur auf die Weltmeere, sondern auch immer wieder an den oberösterreichischen Traunsee. Bei seiner Urlaubsdestination hat er es gern wärmer. 2012 kaufte er Lāna‘i - die sechstgrößte Insel Hawaiis. Der Kaufpreis soll zwischen 500 und 600 Millionen Euro gelegen haben.

Der russische Oligarch Roman Abramowitsch ist nicht nur Besitzer des FC Chelsea, sondern auch ein Freund großer Schiffe. Neben zwei U-Booten besitzt er mit der L’Eclipse die zweitgrößte Yacht (163 Meter lang) der Welt. Sie wurde erst kürzlich durch Azzam, die Yacht eines saudischen Prinzen, von Platz eins verdrängt.

Elon Musk sorgt für den Ernstfall vor. Den Paypal- und Tesla-Gründer treibt die Sorge um den Planeten um. Er fürchtet, dass eine Naturkatastrophe die Erde zerstört oder sie von der Menschheit unbewohnbar gemacht werden könnte. Mit seinem Weltraumunternehmen SpaceX will er die modernsten Raketen und Raumschiffe der Welt bauen und in spätestens 20 Jahren die ersten Menschen auf den Mars schicken.