Wienwert-Chef Gruze äußert sich erstmals öffentlich zur Insolvenz

Wienwert-Chef Gruze äußert sich erstmals öffentlich zur Insolvenz

Von der Pleite der WW Holding AG seien 900 Investoren betroffen – Unternehmensanleihen mit einem Volumen von 35 Millionen Euro aushaftend.

Wie profil in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, sind von der Insolvenz der WW Holding, der Muttergesellschaft der Immobiliengruppe Wienwert, rund 900 Investoren betroffen. Das erklärte Stefan Gruze, der seit April 2016 agierende Vorstandschef der WW Holding und ihrer nachgeordneten Tochter Wienwert AG, gegenüber diesem Magazin. „Zum aktuellen Stichtag hat die WW Holding noch 16 Unternehmensanleihen mit einem Volumen von rund 35 Millionen Euro aushaftend“, so Gruze.

"Bestmögliches Verwertungsergebnis"

Damit stellt er die bisher kolportierten Zahlen, wonach der Schaden über 40 Millionen Euro betragen und sich dieser auf rund 2500 Anleger verteilen würde, in Abrede. Viele der Anleihen wurden mit Mindestzeichnungssummen von 50.000 oder 100.000 Euro angeboten und kamen somit nur für wohlhabende Privatpersonen infrage. „Ich möchte mich mit dem Ausdruck größten Bedauerns entschuldigen, dass die Problemstellungen aus der Vergangenheit nicht gelöst und das Unternehmen nicht saniert werden konnte und den Investoren hierdurch Verluste entstehen werden“, sagt Gruze gegenüber profil. „Tatsache ist, dass sie im schlechtesten Fall mit einem Totalverlust rechnen müssen“, so der Vorstand weiter. Er werde jedoch alles in seiner Macht stehende tun, damit dieser Fall nicht eintritt und um das „bestmögliche Verwertungsergebnis im strukutrierten Verkaufsverfahren für die Wienwert AG zu erzielen“.

Laut Gruze bereite Sanierungsanwältin Ulla Reisch derzeit den Insolvenzantrag vor, der im Laufe der kommenden Woche eingebracht werden soll.