26,6 Prozent der Industrieunternehmen brachten 2025 neue Produkte auf den Markt
Trotz Konjunkturflaute, hoher Unsicherheit und schwacher Investitionen hat die Innovationsaktivität der heimischen Industrie zuletzt leicht angezogen: 26,6 Prozent der Unternehmen führten 2025 neue oder deutlich verbesserte Produkte beziehungsweise Dienstleistungen ein. Das ist der höchste Wert seit Ausbruch der Coronapandemie.
Das klingt nach Aufbruch, ist aber eher eine vorsichtige Erholung. Denn vor zehn Jahren lag der Anteil noch deutlich höher: 2016 meldeten 34,9 Prozent der Unternehmen Produktneueinführungen. Noch immer brachten also fast drei Viertel der befragten Betriebe im Vorjahr nichts Neues auf den Markt. Die Innovationsausgaben entwickelten sich 2025 insgesamt nur verhalten und lagen nahe am langjährigen Durchschnitt.
Für 2026 planten die Unternehmen allerdings wieder mehr Geld für neue Produkte und Dienstleistungen ein. Der entsprechende WIFO-Indikator lag mit 6,4 Punkten über dem langjährigen Durchschnitt und deutet damit auf vorsichtigen Optimismus hin. Gleichzeitig ist diese Zuversicht mit erheblicher Unsicherheit behaftet: Die Befragung wurde zum Jahreswechsel 2025/26 durchgeführt und damit noch vor dem Ausbruch des Irankrieges, dessen Folgen für Energiepreise, Absatzmärkte und Investitionsbereitschaft damals noch nicht absehbar waren. Inwiefern die geplanten Investitionen tatsächlich umgesetzt werden, hängt daher entscheidend von der konjunkturellen und wirtschaftspolitischen Entwicklung im Jahr 2026 ab.
Zahltag
Am Zahltag erklären Expertinnen und Experten des Wirtschaftsforschungsinstitutes (WIFO) eine Zahl, die für die österreichische Wirtschaft von Bedeutung ist.
Agnes Kügler
ist Ökonomin (Senior Economist) in der Forschungsgruppe "Industrieökonomie, Innovation und internationaler Wettbewerb" am WIFO.