Wirbel bei den Casinos

Alexander Labak, Vorstand der Casinos Austria

Alexander Labak, Vorstand der Casinos Austria

Zwischen Alexander Labak, dem neuen Vorstand der Casinos Austria und der ÖBIB, der Beteiligungsgesellschaft des Bundes, gibt es Brösel wegen eines möglichen Verkaufs der Auslandsgesellschaft.

Der Mann ist gerade einmal drei Monate im Amt und schon hat er sich den Ärger (eines Teils) der Eigentümervertreter zugezogen. Alexander Labak, seit 1. Juni General der Casinos Austria AG (CASAG) ist im Clinch mit dem Kernaktionär ÖBIB, der Beteiligungsgesellschaft der Republik Österreich. Die ÖBIB hält 33,24 Prozent an der CASAG.

profil liegt ein geharnischtes Schreiben von ÖBIB-Chefin Martha Oberndorfer vom 22. August 2017 an CASAG-Vorstand Labak vor.

Man nehme Bezug auf die Absicht der CASAG, einen „Teaser“ bezüglich eines Verkaufs der Auslandsgesellschaft Casinos Austria International (CAI) an potenzielle Interessenten auszusenden. Unter einem „Teaser“ versteht man die Kurzdarstellung eines zum Kauf angebotenen Unternehmens, der möglichen Interessenten erste Informationen bietet. Besteht weitergehendes Interesse, kommt es meist zur Unterzeichnung von einem „Memoradum of Understanding“, einer Vertraulichkeitsvereinbarung, bevor detailliertere Informationen weitergegeben werden.

„Aufsichtsratsmitglieder hatten sich gegen eine Beschlussfassung (über einen Verkauf der CAI, Anm.) zu einem Zeitpunkt ausgesprochen, zu dem eine Gesamtstrategie der Gesellschaft noch nicht vorliegt. Wie Ihnen bekannt ist, ist zu diesem Thema eine Klausur Mitte September 2017 angesetzt, die jedenfalls noch abgewartet werden sollte“ , lässt Oberndorfer Labak wissen.

"Lehnen Aussendung eines Teasers ab"

„Der Bundesminister für Finanzen als Eigentümervertreter der ÖBIB, sowie die ÖBIB als 33,24% Eigentümerin der CASAG lehnen die Aussendung eines Teasers zum gegebenen Zeitpunkt (…) ausdrücklich ab“ , heißt es weiters.

Oberndorfer weist darauf hin, dass das ÖBIB-Gesetz als Ziel die Werterhaltung und Wertsteigerung der ÖBIB-Beteiligungen vorsieht. Die Aussendung eines Teasers würde jedoch zu einer Wertminderung der Beteiligung an der CASAG führen. „Auch hinsichtlich eines potenziellen späteren Börsenganges ist zu erwarten, dass die Einleitung eines Verkaufsverfahrens der CAI zum jetzigen Zeitpunkt sich negativ auswirken würde, da eine Equity Story ohne internationales Geschäft schwieriger darzustellen wäre.“

Oberndorfer schließt unmissverständlich: „Wir fordern Sie daher auf, mit einer Streuung von Informationen und Aussagen jedweder Art betreffend eines potenziellen Verkaufs der CAI (…) bis zum Vorliegen einer Gesamtstrategie und einer entsprechend positiven Entscheidung des Aufsichtsrates zuzuwarten.“

Allerdings war Oberndorfer mit ihrem Schreiben ein bisschen zu spät dran. Besagten Teaser hat die CASAG bereits am Tag zuvor, dem 21. August, ausgesandt.

CASAG-Aufsichtsratspräsident Walter Rothensteiner lässt indes wissen, dass die Vorgehensweise des Vorstandes im Einklang mit dem Aufsichtsrat steht.