Böses Essen? Immer mehr Menschen fürchten sich vor Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Allergien - Böses Essen? Immer mehr Menschen fürchten sich vor Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Unverträglichkeit gegenüber Milch, Fruchtzucker oder Weizen ist zu einer Modeerscheinung geworden, zusätzlich angeheizt durch alarmistische Ratgeber und abstruse Testverfahren. Die grassierende Angst vor Intoleranzen ist vor allem ein fettes Geschäft für die Industrie – und macht jene unglaubwürdig, die von bestimmten Lebensmittelbestandteilen tatsächlich krank werden.

Alex hatte eine Torte ins Büro gebracht, um mit den Kollegen Geburtstag zu feiern. Auf einem Biskuitboden schwabbelte eine gelatinesteife Schlagobers-Erdbeercreme, auf die er grüne Pistazienstücke gestreut hatte. In der Kaffeepause schnitt er sie vor versammelter Mannschaft an. „Wer will das erste Stück?“, fragte er in die Runde. „Sieht lecker aus, aber ich schätze, nicht glutenfrei, ich muss leider passen“, sagte Eva. „Ist da Schlagobers in der Creme drin? Ich vertrag keine Laktose“, kam es von Gernot. „Erdbeeren sind bei mir gefährlich wegen dem Histamin, bitte nur ein kleines Stück“, bat Robert. Marlene nahm zögernd ein Stück und kratzte die Pistazien von der Torte: „Nüsse, dagegen bin ich allergisch.“ Schließlich hielt Birgit schüchtern den Teller hin: „Ja, bitte gerne“, sagte sie.

Die Anekdote aus dem Bekanntenkreis ist symptomatisch für eine generelle Entwicklung.

Lesen Sie die Titelgeschichte von Jochen Stadler in der aktuellen Printausgabe oder als E-Paper ( www.profil.at/epaper )!