46-224410711
Bild anzeigen
Wählen Sie profil als bevorzugte Google-Quelle

Antibiotika-Produktion in Österreich: Wo die Medikamente wachsen

In Tirol entstehen pro Jahr 4000 Tonnen Antibiotika. Ein Besuch in Europas einzigem Werk, das die Medikamente zur Gänze herstellt.

Drucken

Schriftgröße

Hören Sie sich diesen Artikel an

Es liegt etwas in der Luft. Ein leicht süßlicher Geruch zieht durch die Halle und wird intensiver, je näher man den riesigen Stahlbehältern kommt. Die sogenannten Fermenter stehen in Reih und Glied, verbunden durch Rohre, Leitungen und Messinstrumente. Ein tiefes, gleichmäßiges Dröhnen erfüllt den Raum. Es stammt von riesigen Rührwerken, die die Masse im Inneren ständig in Bewegung halten.

Der Zutritt ist nur unter strengen Hygiene- und Sicherheitsauflagen möglich: Helm mit Schutzbrille, Schutzanzug und Plastiküberzieher für die Schuhe sind Pflicht, denn in den Behältern wächst ein Wirkstoff, der in der Medizin bis heute unverzichtbar ist: Penicillin, eines der ältesten und bekanntesten Antibiotika.

Produziert wird der Wirkstoff in Kundl im Bezirk Kufstein, einer Marktgemeinde im Tiroler Unterinntal mit rund 5000 Einwohnern und Blick auf den Wilden Kaiser. Hier liegt der größte Standort des Schweizer Pharmakonzerns Sandoz. Jährlich verlassen rund 240 Millionen Arzneimittelpackungen das Werk. Insgesamt entstehen hier etwa 4000 Tonnen Wirkstoff – genug, um den europäischen Bedarf an Penicillin zu decken.

Mavie Michelitsch

Mavie Michelitsch

seit Februar 2026 Volontärin bei profil.