Biologe Frank Zachos
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Biologe Frank Zachos: Wie die Genetik mit „Menschenrassen“ aufräumt

Noch immer geistert rassistisches Gedankengut umher, jüngst bei Donald Trump. Biologe Frank Zachos erklärt, warum „Menschenrassen“ Unsinn sind.

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Man möchte meinen, die Idee von „Menschenrassen“ sei längst auf der Müllhalde fataler Verirrungen entsorgt. Doch gleich Zombies aus dem Sumpf abgehalfteter Hirngespinste tauchen rassistische Vorurteile immer wieder aus dem Bodensatz untoter Gedankengebäude auf, gerade eben zum Beispiel auf dem Web-Account von Donald Trump. Ein Video zeigte dort die Gesichter des Ehepaars Obama, montiert auf die Körper von Affen. Es war ein so klarer Fall von Rassismus, dass nicht einmal der US-Präsident widersprach: Personen dunkler Hautfarbe, lautete die Botschaft, stehen auf minderer Stufe und sind näher am Tier als am Menschen.

In Europa sind es immer wieder rechtsgerichtete Politiker, die von „Untermenschen“ sprechen oder mahnen: „Schütze deine Rasse und das Blut deiner Ahnen!“ Nun darf man zwar davon ausgehen, dass Menschen, die bei Sinnen sind und auch nur rudimentär Bildung durchlaufen haben, wissen, dass das Konzept von „Menschenrassen“ grober Unfug ist. Doch wie argumentiert man das mithilfe wissenschaftlicher Evidenz? In hitzigen Debatten kann es nicht schaden, nüchterne Fakten zur Hand zu haben.

Der Wiener Biologe Frank Zachos nimmt sich des Themas in mehrfacher Hinsicht an, im Bewusstsein, vermintes Terrain zu betreten. Zachos, der im Wiener Naturhistorischen Museum die Säugetiersammlung leitet, hat unlängst ein Buch mit dem treffenden Titel „Die Natur kennt feine Grade“ geschrieben, das anschaulich zeigt, wie wenig die Natur und die Evolution unserem Schubladendenken folgen.

Alwin Schönberger

Alwin Schönberger

leitet das Wissenschafts-Ressort.