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Wissenschaft
07/26/2016

Cyberama: Pokémon Stop

Warum die Monster-Jagd bald ein Ende hat.

Vergesst Pokémon Go. Das Spiel wird den Sommer nicht überdauern; es ist wenig mehr als ein clever inszenierter Marketing-Hype. Seit ein paar Tagen rennen also junge Leute mit ihren Smartphones durch die Gegend, um kitschige kleine Monster einzufangen, die irgendwo auf dem Gehsteig sitzen. Es gibt sicherlich intelligentere Arten, seine Umwelt zu erkunden. Aber darum geht es hier nicht. Das eigentliche Problem ist: Das Spiel taugt einfach nichts, es ist weder interessant, noch actionreich. Die Augmented-Reality-Anwendung ist zwar ganz nett, aber nicht wirklich überzeugend umgesetzt. Und die Idee, die physische Wirklichkeit ins Spielgeschehen einzubeziehen, ist nicht gerade neu; man denke an das Spiel Ingress (von Niantic Labs, dem gleichen Publisher), das ebenfalls mithilfe von GPS im Freien gespielt wird. Pokémon Go fehlen die Herausforderungen an Geschicklichkeit und Intelligenz, um Spieler auf Dauer zu fesseln. Am Ende handelt es sich um eine Art Schnitzeljagd mit Tamagotchi-Elementen; das wird irgendwann langweilig.

Ein gutes Spiel muss mehr können.

Man kann sich fragen, ob Computerspiele überhaupt etwas in der physischen Realität verloren haben. Der ideale Ort für Games ist immer noch ein Computer- oder Konsolendisplay. Und zwar aus einem sehr einfachen Grund: Wer zu Hause vorm Rechner sitzt, kann sich ausschließlich auf seine Spielwelt konzentrieren - und muss nicht aufpassen, dass er vor ein ganz reales Auto läuft. Es ist sicherlich reizvoll, zu sehen, wie sich das Virtuelle mit dem Realen verbindet. Es mag sein, dass Spieler ihre Umwelt anders wahrnehmen, seit sie dort nach ihren bunten Monstern jagen. Das bietet Stoff für viele Betrachtungen im Feuilleton. Aber ein gutes Spiel muss mehr können. Vor allem muss es eben ein gutes Spiel sein, und genau das ist Pokémon Go nicht. Wie denken Sie darüber? Bitte schreiben sie mir unter [email protected]

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