<i><small>Cyberama von Thomas Vašek</small></i>
Das müssen Sie lesen!

Wie neue Unterhaltungsseiten einen Social-Media-Hype entfachen.

„Dieser Hund versucht so sehr, sich mit der Katze anzufreunden … du wirst vom Stuhl fallen vor Lachen.“ Zeilen dieser Art springen einem auf der Seite heftig.co entgegen. Wer auf die Links klickt, gelangt zu mehr oder minder skurrilen YouTube-Videos, wie es sie zu Tausenden gibt. Das Besondere an heftig.co: Beiträge der Seite landen regelmäßig ganz vorne in Social-Media-Charts, manche bekommen 500.000 und mehr Likes auf Facebook – das sind Zahlen, von denen traditionelle Medien im Netz meist nur träumen können. „Heftig“ ist neben LikeMag und Storyfilter.com eine von mehreren deutschsprachigen Seiten, die im sozialen Netz – vor allem in Österreich und der Schweiz – derzeit für Furore sorgen. Das Vorbild sind US-Websites wie Buzzfeed und Upworthy, die das Netz nach unterhaltsamen Inhalten durchforsten und diese über Face­book & Co weiterverbreiten.

Das simple Prinzip dahinter heißt „Click Bait“: Man versieht Links mit aufmerksamkeitsheischenden Zeilen wie: „So etwas hast du noch nie gesehen“, um die Nutzer dazu zu bringen, die Beiträge anzuklicken – und via Facebook & Co mit anderen zu teilen. Erstaunlich ist, wie einfach und effektiv das funktioniert. Möglichst interessante Headlines formulieren, die neugierig machen – das ist ja seit je der Job von Journalisten und Werbeleuten. Und „virales Marketing“ ist auch nichts Neues. Insofern muss man sich ernsthaft fragen, warum ausgerechnet ein paar völlig unbekannte Seiten damit derart durchschlagenden Erfolg haben. Hinter LikeMag und Storyfilter stehen Schweizer Start-ups, hinter „Heftig“ laut Impressum ein Unternehmen im zentralamerikanischen Ministaat Belize. Bis jetzt gibt es allerdings keine Hinweise, dass da irgendwas nicht mit rechten Dingen zuginge. Es könnte schlicht sein, dass Heftig & Co einfach nur alles richtig gemacht haben. Einige Onlinestrategen in traditionellen Verlagen werden da schön schauen! Wie denken Sie darüber? Bitte schreiben Sie mir:

thomas.vasek@profil.at