<i><small>Cyberama von Thomas Vašek</small></i>
Nabel der Welt

Warum Apple das iPhone zum Mittelpunkt seines Ökosystems macht.

Apple ist wieder da. Nicht mit einem neuen Gadget, sondern mit zwei neuen Betriebssystemversionen. Das klingt ungefähr so aufregend, als hätte Porsche ein optimiertes Getriebe vorgestellt, statt einen neuen 911er. Und doch: Mit der neuen Version des Mac-Betriebssystems ­OS X (Yosemite) und iOS 8 hat Apple einen wichtigen strategischen Schwenk vollzogen. Lange war der Mac das Zentrum der Apple-Welt, jener Ort, an dem man alle
seine Fotos, Musik und Dokumente speicherte. Vor zwei Jahren erklärte Steve Jobs die iCloud zum neuen Mittelpunkt, alle Informationen sollten künftig in der Datenwolke gespeichert und von verschiedenen Apple-Geräten abrufbar sein. Doch Apples Cloud-Strategie hat bislang nicht so richtig funktioniert, zugleich werden Smartphones immer wichtiger und leistungsstärker. Apple hat daraus den einzig richtigen Schluss gezogen: Das gesamte Apple-Ökosystem, also auch die iCloud, muss aufs iPhone ausgerichtet sein, statt umgekehrt. Das iPhone ist eben das persönlichste aller Apple-Geräte, immerhin tragen wir es ständig mit uns herum. Zwar ist es nicht so leistungsfähig wie ein Mac, aber es kann auch viele Dinge, die ein Desktop-Rechner nicht kann. Also lag es nahe, vor allem die Zusammenarbeit zwischen Mac und iPhone zu verbessern. Unter Yosemite und iOS 8 lassen sich Dokumente endlich nahtlos zwischen den Geräten übertragen.

So kann man nun ein Textdokument zuhause auf dem Mac erstellen und dann mobil darauf weiterarbeiten, oder umgekehrt, ebenso kann man auf Websites, die man auf dem Mac geöffnet hat, unterwegs auf dem iPhone weiterlesen. Mit iOS 8 und Yosemite schafft der Konzern die Grundlagen für eine neue Apple-Welt, deren Nabel das iPhone ist. Alle anderen Geräte sind nur noch Peripherie. Wie denken Sie darüber? Bitte schreiben Sie mir unter:

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