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Echte Zombies: Wie Parasiten ihre Opfer fernsteuern und töten

Raffinierte Wesen kapern fremde Körper und übernehmen die Kontrolle über ihren Willen: wahre Zombie-Geschichten.

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Es kann zu Hause geschehen, bei jedem von uns, in der Küche oder auf einem Fensterbrett. Das bizarre Schauspiel beginnt, wenn sich die Dämmerung senkt: Eine Stubenfliege krabbelt am Ast einer Zimmerpflanze empor, bis an die Spitze. Dort entströmt ihrem Rüssel ein klebriges Sekret, das die Fliege wie mit Leim fixiert. Dann hebt sie ihre Flügel und stirbt.

Was nun passiert, könnte aus einer Horrorgeschichte stammen, trägt aber das Copyright der Natur: Plötzlich birst der Hinterkörper der Stubenfliege, aus dem Inneren quillt eine Wolke einer weißen, flockigen Substanz und regnet in einem Schauer zu Boden – und trifft dabei vielleicht andere Fliegen in der Nähe.

Die weißen Partikel sind Sporen des Pilzes Entomophthora muscae, auch Fliegentöter genannt. Der Pilz besitzt die erstaunliche Fähigkeit, Stuben- oder Fruchtfliegen zu kapern, die Kontrolle über sie zu übernehmen und die nun willenlosen Fliegen zur eigenen Verbreitung zu missbrauchen. Zuerst, nach der Infektion, zehrt der Pilz die Fettreserven der Fliegen auf, dann die inneren Organe. Schließlich steuert der Pilz Gehirn und Muskeln seiner Opfer und zwingt sie zu einem Verhalten, das sie sonst niemals zeigen würden: an eine exponierte Position zu klettern und sich dort, bereits von innen aufgefressen, festzukleben.

Alwin Schönberger

Alwin Schönberger

leitet das Wissenschafts-Ressort.