Ingrid Brodnig
Ingrid Brodnig

© Alexandra Unger

Wissenschaft
10/29/2020

#brodnig: Twitter, Wissenschaft und Humor

Auf Twitter zeigen einzelne Ärzte und Wissenschafter, wie man mit Humor Verständnis fördert.

von Ingrid Brodnig

Wir leben in Zeiten, in denen viele Gerüchte, Verschwörungstheorien und Falschmeldungen kursieren. Um nicht auf so etwas hineinzufallen, kann man natürlich sachliche Faktenchecks lesen. Manchmal ist aber auch Humor ein geeignetes Mittel der Aufklärung. Gut macht das zum Beispiel die deutsche Medizinerin Natalie Grams auf Twitter. Sie nimmt wilde Spekulationen und wissenschaftsfeindliche Positionen gerne aufs Korn. Beispielsweise schrieb Grams im Frühjahr auf Twitter: "Meine Lieblingsfächer damals im Medizinstudium waren (wie übrigens bei AlLeN Ärztïnnen):1. Anatomie 2. Pharmakologie 3. Psychologie 4. Neurologie 5. Wie man ,das Volk' anlügt, um Gedankenkontrolle durch Impfstoffe und Mikrochips zu vertuschen 6. Notfallmedizin 7. Immunologie".

Der Tweet verdeutlicht, wie absurd die Vorstellung ist, dass die gesamte Medizin Teil einer großen Verschwörung ist, bei der Impfungen nicht dem Schutz von Patienten, sondern irgendwelchen dunklen Machenschaften dienen. Es gibt etliche Ärzte, Wissenschafter und Wissenschaftskommunikatoren, die online auf Humor setzen: Darunter die Chemikerin und YouTuberin Mai Thi Nguyen-Kim oder der Physiker und Autor Florian Aigner.

 

Anschaulich erklärt Molekularbiologe Martin Moder wissenschaftliche Ergebnisse und falsche Ableitungen daraus. Er ist sowohl Mitglied der Aufklärungs-Kabarett-Truppe Science Busters als auch Betreiber des YouTube-Kanals "MEGA" (kurz für "Make Europe Gscheit Again"). Dort publizierte er neulich ein Video, ob man durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zu viel CO2 einatmet und ob die Masken gefährlich sind. Sein Fazit: Wenn man gesund ist und sich die Maske nicht unbedingt um den Hals wickelt und mit voller Kraft zuschnürt, ist man auf der sicheren Seite.

Wissenschaft mit Ironie und Leichtigkeit zu vermitteln, eröffnet die Chance, mehr Menschen zu erreichen. Und überdies hat Humor eine wunderbare Eigenschaft: Er macht vieles verständlich. Das erkannte schon der Schriftsteller Kurt Tucholsky, als er vor mehr als 100 Jahren schrieb: "Denn das ist Humor: durch die Dinge durchsehen, wie wenn sie aus Glas wären."

Wie denken Sie darüber? Schreiben Sie mir unter:

[email protected]

facebook.com/brodnig

twitter.com/brodnig

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.