Kleinkind in Berlin an Masern gestorben, Warnung auch für Österreich

Masern: Unnötige Rückkehr der Seuche?

Masern: Unnötige Rückkehr der Seuche?

In Berlin grassieren derzeit die Masern. Wie jetzt bekannt wurde, ist ein eineinhalb Jahre altes Kleinkind an den Folgen der Infektionskrankheit gestorben. Auch in Österreich wird vor einer "unnötigen Rückkehr der Seuche" gewarnt.

In Berlin ist ein Kleinkind an Masern gestorben. Das Kind im Alter von eineinhalb Jahren ist am 18. Februar in einem Krankenhaus der Infektionskrankheit erlegen, sagte Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) am Montag. In Berlin grassiert seit Oktober eine Masern-Welle. Von Ausbruchsbeginn bis zum 23. Februar wurden 574 Masern-Fälle in der Hauptstadt gemeldet.

Schlimmste Masern-Ausbruch seit 15 Jahren

Erst die USA, nun auch Deutschland: In Berlin grassieren derzeit die Masern, wobei es sich um den schlimmsten Ausbruch seit 15 Jahren handelt. Mehr als 500 Infizierte wurden bisher registriert, ein Viertel davon musste wegen gravierender Verläufe in stationäre Behandlung. Die Hauptbetroffenen sind nach 1970 geborene Erwachsene. Auch in Nordamerika und Mexiko breitet sich, ausgehend von lokalen Übertragungen in Disneyland, das Virus aus, das Gehirnentzündungen und bleibende neurologische Schäden hinterlassen kann: Knapp 130 Erkrankte wurden dort bis zur Vorwoche erfasst, knapp ein Drittel bedurfte klinischer Betreuung.

"Unnötige Rückkehr der Seuche“

In Österreich stiegen die Infektionszahlen zuletzt ebenfalls an: 114 Fälle gab es laut Statistik des Gesundheitsministeriums im Vorjahr, 74 waren es 2013. Das Magazin "Spektrum der Wissenschaft“ warnte bereits vor einer "unnötigen Rückkehr der Seuche“ - schließlich seien die jüngsten Epidemien auf die steigende Zahl der Impfverweigerer zurückzuführen. All die Entwicklungen kommen zu einem denkwürdigen Zeitpunkt: Just im Jahr 2015 hätten die Masern nach Zielsetzung der WHO in Deutschland ausgerottet sein sollen.