Logik, die wichtigste Wissenschaft der Welt

Logik, die wichtigste Wissenschaft der Welt

Wien wird diese Woche zum Weltzentrum der vielleicht seltsamsten, irritierendsten und zugleich wichtigsten aller Wissenschaften: der Logik, einst Domäne genialer, verschrobener Denker, heute jedoch unverzichtbarer Kern der Informatik, ohne die etwa kein Raumschiff flugtauglich wäre. Forscher aus Österreich zählen zur internationalen Elite dieser Disziplin – und knüpfen damit an eine große Tradition an.

Schlag nach bei Goethe. In der lehrreichen Studierzimmerszene im siebenten Kapitel von „Faust“, der Tragödie erster Teil, legt Mephistopheles einem an den Rätseln der Welt verzweifelten Schüler ein einziges Studium ans Herz:

„Mein teurer Freund, ich rat Euch drum
zuerst Collegium Logicum.
Da wird der Geist Euch wohl dressiert,
in spanische Stiefel eingeschnürt,
dass er bedächtiger fortan,
hinschleiche durch die Geisterbahn,
und nicht etwa, die Kreuz und Quer,
irrlichtere hin und her.“

Gut möglich, dass einem in den nächsten zwei Wochen in Wien Menschen begegnen, die diese Zeilen in Gedanken versunken vor sich hinmurmeln. Wer mit ihnen ins Gespräch kommt, sollte seinen Geist schärfen. Denn es kann sein, dass sie jedem Small Talk abhold schnell in aristotelische Syllogismen abschweifen. Derart wie: „Alle Menschen sind sterblich. Alle Griechen sind Menschen. Also sind alle Griechen sterblich.“ Oder gleich zu ihren beliebten Paradoxa überleiten, etwa: „Alle Kreter sind Lügner, sagt Epimenides, der Kreter.“ ...

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Zeichnungen der Titelgeschichte aus: Apostolos Doxiadis und Christos Papadimitriou - Die epische Suche nach Wahrheit, Atrium Verlag

Bild: Philipp Horak für profil