Rosetta-Mission: Bilanz eines Erfolges

Philae - Rosetta-Mission: Bilanz eines Erfolges

Mini-Labor Philae auf Kometen Tschuri: Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt ist die Landung auf einem Kometen gelungen. Das Missionsprotokoll:

Es hat nicht alles ganz nach Plan geklappt: Die Ankunft verlief ein wenig turbulent, und aufgrund der Position des Landers Philae könnte die Stromversorgung leiden. Aber: Man muss sich die unglaubliche Herausforderung der Mission Rosetta vor Augen halten - zehn Jahre Reise über 510 Millionen Kilometer plus punktgenaues Aufsetzen auf einem durchs All rasenden Himmelskörper. Die erste Landung auf einem Kometen um 17.03 Uhr am vorigen Mittwoch ist ein Riesenerfolg, obwohl Philae seine Analysen an anderer Stelle durchführt - und vielleicht Daten liefert, die Aufschluss über die Anfänge unseres Planeten geben.

Die wichtigsten Eckdaten

Der Komet wurde 1969 entdeckt, misst 4 Kilometer im Durchmesser und ist gut eine halbe Milliarde Kilometer von der Erde entfernt. Namensgeber sind die Astronomen Swetlana Gerassimenko aus Tadschikistan und Klim Tschurjumow aus der Ukraine.

Die Sonde Rosetta ist nach dem berühmten Stein von Rosetta benannt, der half, die ägyptischen Hieroglyphen zu entziffern.

Die Sonde misst 2,8 mal 2,1 mal 2 Meter. Bei entfalteten Sonnensegeln ist Rosetta 32 Meter groß. Das Gesamtgewicht beträgt 2970 Kilo, wobei 1670 Kilo auf Treibstoff, 165 Kilo auf die Instrumente und 100 Kilo auf den Lander Philae entfallen. An Bord befinden sich 11 wissenschaftliche Instrumente.

Die Landeeinheit ist 1 mal 1 mal 1 Meter groß und führt 10 wissenschaftliche Instrumente mit sich.

Zur Stromversorgung von Rosetta gibt es 2 Solargeneratoren mit modernsten Solarzellen und Nickel-Kadmium-Batterien. Dank dieser Ausstattung ist eine Versorgung auch in einer Entfernung von 800 Millionen Kilometern zur Sonne möglich. Die Strahlungsintensität beträgt dort nur 4 Prozent jener auf der Erde.

Die Sonde musste im Lauf der Reise Temperaturschwankungen von minus 270 Grad bis plus 100 Grad überstehen.

Rosetta startete am 2. März 2004 mit einer Ariane-5-Rakete von Kourou zur Mission, die 12 Jahre dauert. Auf dem Weg zum Kometen flog sie 3 Mal an der Erde, 1 Mal am Mars sowie an 3 Asteroiden vorbei.

Die Projektkosten werden mit mehr als 1 Milliarde Euro beziffert.

Die Mission endet im Dezember 2015.

Die Stationen von Rosetta

2. März 2004: START

4. März 2005: 1. Vorbeiflug an der Erde

25. Feb. 2007: Vorbeiflug am Mars

13. Nov. 2007: 2. Vorbeiflug an der Erde

5. Sept. 2008: Vorbeiflug am Asteroiden Steins

13. Nov 2009: 3. Vorbeiflug an der Erde

10. Juli 2010: Vorbeiflug am Asteroiden Lutetia

8. Juni 2011 bis 20. Jän. 2014: "Winterschlaf”

Mai bis August 2014: Bremsmanöver

6. August 2014: Ankunft bei Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko

12. Nov. 2014: Landung auf dem Kometen

13. Aug. 2015: größte Annährung an die Sonne

31. Dez. 2015: Ende der Mission

(Red.)