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Rückkehr zum Mond: Das Ziel der jetzt geplanten Missionen

Nach 50 Jahren reisen wieder Menschen zum Mond – und wollen bald landen. Welche Geheimnisse birgt unser Trabant noch?

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Was für eine prächtige Wunderwelt der Mond doch ist: Mit Blumen bewachsene Felsen zieren seine Oberfläche, Bisonherden grasen friedlich auf satten Wiesen, zweibeinige Biber spazieren mit ihren Jungen im Arm umher, geflügelte Fledermaus-Menschen führen angeregte Konversation. Diese Szenen beschrieb die Zeitung „New York Sun“ im Sommer 1835, angeblich fußend auf Beobachtungen des Astronomen John Herschel.

Die fantastischen Schilderungen, als „Great Moon Hoax“ bekannt, gelten als frühe Form von Fake News. Ob die Zeitung auf Satire abzielte oder nur auf schnöde Auflagensteigerung, ist nicht restlos geklärt. Sicher ist hingegen: Auch abseits aller Hirngespinste ist der Mond ein faszinierender Ort. Zauberwesen sucht man zwar vergeblich, dafür gewährt der Erdtrabant Einblicke in die Geschichte unseres Sonnensystems. Viele Erkenntnisse gewannen Astronauten und Forschende seit den 1960er-Jahren – und noch viel mehr gibt es sehr wahrscheinlich zu entdecken.

Zwölf Menschen spazierten über den Mond

Das Ziel, das Wissen über den Mond und unsere eigene kosmische Heimat zu erweitern, ist einer der Gründe, ihn erneut zu bereisen. Mehr als 50 Jahre sind verstrichen, seit Menschen durch dessen feinkörnige Staubschicht stapften. Apollo 17 bildete 1972 den Abschluss des Apollo-Programms, das insgesamt zwölf Astronauten den Mond erkunden ließ, zuletzt Eugene Cernan und Harrison Schmitt. Dann kehrte, abgesehen von unbemannten Raumsonden, Ruhe auf dem rund 400.000 Kilometer entfernten Himmelskörper mit knapp 3500 Kilometer Durchmesser ein.

Doch nun ist die Rückkehr zum Mond angelaufen: in Gestalt von Artemis, des Nachfolgeprogramms der Apollo-Missionen. Bereits diese Woche hätte Artemis II zur ersten bemannten Mondumrundung seit einem halben Jahrhundert starten sollen: zu einer zehntägigen Reise, vorbei an der erdabgewandten Seite des Mondes und zurück zur Erde (siehe Grafik oben), wobei die Raumkapsel beim Wiedereintritt in die Atmosphäre fast 40.000 Stundenkilometer erreichen und mittels Fallschirmen sanft im Pazifik wassern soll. Zweck der Mission: eine Vielzahl an Technik- und Sicherheitstests in Vorbereitung auf die nächste Mondlandung, die für 2027 oder 2028 geplant ist.

Alwin Schönberger

Alwin Schönberger

leitet das Wissenschafts-Ressort.