Eine schwarze Mamba
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Tödliche Schlangenbisse: Neues Gegengift von Wiener Forschenden

Alle fünf Minuten stirbt ein Mensch an einem Schlangenbiss. Wiener Forschende entwickeln eine neue Methode, um Leben zu retten.

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Sieben Schritte sind es bis zum Tod, sagt der Volksmund in Ostafrika. Exakt sieben Schritte kann ein Mensch der Legende zufolge nach dem Biss einer Schwarzen Mamba tun, bevor er leblos zusammenbricht. Das ist zwar deutlich übertrieben, doch tatsächlich ist diese Schlange eine der gefährlichsten der Welt: Ein einziger Biss setzt genug Gift frei, um 40 Menschen zu töten.

Hunderte weitere Schlangenarten können Gifte mit ihren Zähnen injizieren oder auf ihre Opfer spucken. Sie lähmen deren Nervensystem oder Muskeln, attackieren das Herz-Kreislauf-System oder zersetzen Zellgewebe. Etwa alle fünf Minuten erliegt irgendwo auf dem Planeten ein Mensch einer Giftschlange. Mindestens 100.000 Personen sterben jedes Jahr an Schlangenbissen, gut viermal so viele erleiden Amputationen von Gliedmaßen. Mehr als fünf Millionen Menschen pro Jahr werden von Schlangen angegriffen.

Alle fünf Minuten ein Todesopfer

Erst im April starb ein 57-jähriger Deutscher in Ägypten, der während der Vorführung eines Schlangenbeschwörers gebissen worden war. Die Schlange, vermutlich eine Kobra, war zuvor in die Hose des Touristen gekrochen. Besonders kritisch ist die Lage allerdings für die einheimische Bevölkerung in Weltgegenden, wo die Dichte an Giftschlangen hoch, die medizinische Versorgung aber dürftig und das Geld knapp ist: in Afrika südlich der Sahara. Speziell mit Blick auf diese Regionen hat die Weltgesundheitsorganisation WHO Schlangenbisse unter die am meisten vernachlässigten Tropenkrankheiten gereiht.

„Oft wissen die Opfer gar nicht, welche Schlange sie gebissen hat, weil diese in einem Gebüsch verschwindet. Selbst wenn Patienten es rechtzeitig in ein Spital schaffen, ist nicht sicher, dass sie die richtige Behandlung erhalten“, sagt Jürgen Mairhofer, Biotechnologe und Geschäftsführer des international tätigen Unternehmens enGenes Biotech GmbH, das Technologien für die mikrobielle Herstellung biologischer Wirkstoffe entwickelt. Gemeinsam mit dänischen Partnern forscht Mairhofer an einer gänzlich neuen Generation von Antiveninen – Immunseren gegen Schlangengifte, landläufig Gegengifte genannt. Kürzlich beschrieben die Forschenden ihre Technologie im renommierten Fachjournal „Trends in Biotechnology“.

Alwin Schönberger

Alwin Schönberger

leitet das Wissenschafts-Ressort.