Umweltgifte: Warum Alarmisten maßlos übertreiben

Umweltgifte: Warum Alarmisten maßlos übertreiben

Quecksilber im Fisch, Pestizide im Wasser, giftige Chemie in Spielzeug: Umweltschützer warnen vor dramatischen Gefahren durch Lebensmittel und Gebrauchsgüter. Bei näherer Betrachtung stellt sich jedoch oft heraus: Mit Grenzwerten wurde getrickst, Berechnungen sind völlig abwegig. Wie professionelle Alarmisten die Glaubwürdigkeit verspielen.

Die Schlagzeilen konnten einem das Blut gefrieren lassen: „Alarm um Gift in oberösterreichischen Fischen“, titelte „Heute“. „Was kann und soll man überhaupt noch essen“, fragte die „Kronen Zeitung“ verzagt. „Tester fanden Quecksilber in österreichischem Fisch“, berichteten die „Salzburger Nachrichten“. Die Meldungen verleiden einen bisher unbelasteten Genuss: jenen von frischem Wildfisch – etwa aus dem Salzkammergut oder Waldviertel. Die Umweltschutzorganisation Global 2000 hatte in acht typisch österreichischen Speisefischen wie Forelle, Saibling und Karpfen aus sieben heimischen Gewässern Quecksilber entdeckt – und sofort den Notfall ausgerufen.

„Das Ergebnis ist erschreckend, das giftige Metall darf sich nicht weiter in unserer Umwelt anreichern, selbst heimische Fische sind davor nicht geschützt“, warnt ein Sprecher der Organisation. Eine besonders hohe Belastung habe man bei Saiblingen aus dem Attersee festgestellt.
Man testet. Man findet. Man alarmiert breitenwirksam. Weil Wissenschafter mit modernen Analysemethoden die Nachweisgrenzen deutlich hinter die Kommastellen verschoben haben, detektiert man immer mehr obskure Substanzen in Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen.

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