Neonazi-Comeback: Holocaustleugner Gerd Honsik wieder aktiv

Neonazi-Comeback: Holocaustleugner Gerd Honsik wieder aktiv

Der 2011 vorzeitig aus der Haft entlassene Holocaustleugner Gerd Honsik ist seit Monaten wieder in der rechtsextremen Szene aktiv.

Radioshows, Gedichtbände, Wahlempfehlungen: Wie das Dokumentationsarchiv des österreichischen Wiederstandes (DÖW) herausgefunden hat, ist Gerd Honsik seit einigen Monaten wieder am Werk. In der aktuellen Ausgabe der rechtsextremen Kärntner Zeitschrift „Der Heimatbote“ steuert Honsik, der 2010 wegen Wiederbetätigung zu vier Jahren Haft verurteilt und 2011 wegen der „guten sozialen Integration“ in seiner Wahlheimat Spanien und wegen seines „hohen Alters“ (Honsik war 69) vorzeitig aus der österreichischen Haft entlassen wurde, ein antisemitisches Gedicht bei. Unter dem Titel „Die geheime Formel zur Rettung der Welt“ schreibt er: „Da Christus einst die frechen Wechsler schlug, beschlossen die ihn dafür zu verderben! Wer ihnen das Geschäft versehrt, soll sterben! Mit Mord und Krieg schützt sich der Zinsbetrug. (…) Das Kalb von Gold darf nicht die Welt zerstören!“ Zudem bewirbt Honsik seine offenbar wiederbelebte Zeitschrift „Halt“, die er in Malaga herausgibt.

Auf seiner Website radio-honsik.com sendet er regelmäßig Beiträge zum Thema „Bekenntnis zum Deutschtum“. Im September gab er dort seine Wahlempfehlung für die Nationalratswahlen in Österreich ab: Es bestehe „immer noch der Verdacht“, dass die Freiheitlichen „das Lebensrecht des indigenen deutsch-österreichischen Mehrheitsvolkes“ vertreten, so Honsik.

Mitte Oktober verfasste der international bestens vernetzte Neonazi gemeinsam mit anderen Rechtsextremen den „Friedensappell von Malaga“, in dem sie die deutsche Regierung auffordern, „dem Urteil von Nürnberg aus dem Jahre 1946 die Anerkennung zur Gänze zu entziehen“. Wie das DÖW berichtet, hatte Honsik schon kurz nach seiner Entlassung vor zwei Jahren in diversen Neonazi-Foren mit seinem in der Haft verfassten Gedichtband „Die Nacht der Nibelungen“ für Aufsehen gesorgt.

Gegen Bewährungsauflagen verstößt Honsik damit nicht – vom Oberlandesgericht Wien wurden ihm bei seiner Entlassung keine auferlegt. Der Verfassungsschutz will auf Anfrage von profil „keinen Kommentar“ zu Honsik abgeben. Bei der Staatsanwaltschaft Wien laufen derzeit keine Ermittlungen gegen den Rechtsextremen.