Der Schriftzug Europa unter Druck wird von einem schwarzen Feld nach unten gedrückt
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Putin, Trump, die sogenannten patriotischen Rechtsparteien – noch nie zuvor hatte die Europäische Union so viele mächtige Feinde. Geht es dem liberalen Europa an den Kragen?

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Die Europäische Union hat schon so viele Krisen erlebt, dass man die alte Dame ein wenig salopp ein Comeback-Kid nennen darf. Aber noch nie in ihrer Geschichte hatte die EU gleichzeitig eine solche Vielzahl an mächtigen Widersachern und Feinden: Russland unter der Herrschaft von Wladimir Putin führt nicht nur seit vier Jahren Krieg gegen die Ukraine, die seit 2022 EU-Beitrittskandidat ist, sondern bedroht auch Mitgliedstaaten mit den Mitteln hybrider Kriegsführung. US-Präsident Donald Trump bezeichnet sich zwar als „Freund Europas“, wirft jedoch der EU in seiner Nationalen Sicherheitsstrategie vor, den Kontinent der „zivilisatorischen Auslöschung“ anheimfallen zu lassen. Zudem erhebt er offensiv Anspruch auf europäisches Territorium in Grönland, und er droht Europa mit noch höheren Zöllen.

US-Präsident Donald Trump in einer Gegenlicht-Aufnahme
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Eine kriegerische Militärmacht im Osten und eine feindselige Supermacht im Westen wären als Bedrohungsszenario mehr als genug, doch es kommt noch schlimmer: In den Mitgliedstaaten der EU erstarken die Parteien der sogenannten Patriotischen Fraktion (FPÖ, Rassemblement National, Fidesz, Lega …). Ihnen sind die Institutionen der EU – die Kommission, der Europäische Gerichtshof, die Europäische Zentralbank – ein Gräuel, und sie wollen alle Macht wieder in die Nationalstaaten heimholen.

Die Attacken aller genannten Akteure auf die EU hängen teilweise zusammen. Wenn etwa russische Desinformationskampagnen die Behauptung verbreiten, die EU würde ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine sabotieren und wolle selbst in den Krieg einsteigen, so profitieren davon rechte Parteien, die dieselben oder ähnliche Vorwürfe erheben. Noch unmittelbarer ist die Verbindung zwischen den patriotischen Rechtsparteien und dem Weißen Haus: Die US-Regierung kündigt in ihrer Sicherheitsstrategie an, patriotische Parteien in Europa zu unterstützen. Die Gegner der EU finden zueinander.

Vertreter der rechten Fraktion der Patrioten bei einem Treffen in Madrid
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Die Hilfe der USA soll möglichst diskret vonstattengehen. Und so bereisten im vergangenen Jahr zwei hochrangige Abgesandte des US-Außenministeriums, Samuel D. Samson und Christopher J. Anderson, den alten Kontinent – unter anderem machten sie auch in Österreich Station.

Robert Treichler

Robert Treichler

Ressortleitung Ausland, stellvertretender Chefredakteur.