Fotocollage: Eine Polizistin mit Absperrband, dahinter vier zerstörte Krankenwägen.
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Steckt der Iran hinter diesen rätselhaften Terroranschlägen?

Eine mysteriöse Gruppe verübt eine Anschlagserie in Europa. Dahinter wird der Iran vermutet, dessen Geheimdienste auch in Österreich aktiver werden.

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Ein vermummter Mann holt kurz aus; schleudert eine Flasche gegen ein Fenster. Dann sprintet er hastig davon. Ein oranger Blitz leuchtet auf. Das Gebäude, die „Kenton Vereinte Synagoge“ in London, fängt Feuer.

Es ist ein mit dramatischer Filmmusik unterlegtes Bekennervideo, das vom Telegram-Kanal „Sabereen News“ verbreitet wird. „Sabereen News“ steht der „Liga der Gerechten“ nahe – einer proiranischen Miliz im Irak – und hat über eine Million Follower. Im Bekennervideo heißt es, die Synagoge in Kenton sei Teil „der zionistischen Basis in London“. Daneben prangt das KI-generierte Logo einer mysteriösen Gruppe: Ein von einer geballten Faust hochgestrecktes russisches Scharfschützengewehr, das auch von den iranischen Revolutionsgarden genutzt wird. 

Bild zeigt drei Logos von schiitischen Gruppen (HAYI, Hisbollah, Kataib Hisbollah). Auf allen Logos streckt eine Hand ein Gewehr in die Luft.
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Die Symbolik einer hochgestreckten Waffe ist ein beliebtes Motiv unter proiranischen Gruppen.

links: HAYI, Mitte: Flagge der libanesischen Hisbollah, rechts: Flagge der irakischen Kataib Hisbollah (arabisch für „Brigaden der Partei Gottes“)

Die Gruppe, die online unter dem Namen „Harakat Ashab al-Yamin al-Islamia“ (HAYI), arabisch für die „Islamische Bewegung der Gefährten der Rechtsgeleiteten“, aktiv ist, verübte laut eigenen Angaben mindestens ein dutzend Anschläge in Europa.

Experten vermuten, dass der Iran hinter der nebulösen Gruppe steckt.

Was spricht dafür, dass das Regime in Teheran HAYI steuert? Und können solche Terroranschläge auch in Österreich zur Gefahr werden? Immerhin gilt Wien aufgrund seiner Dichte an internationalen Organisationen als Zentrum iranischer Geheimdienstaktivitäten. Was machen iranische Geheimdienste und Regimevertreter in Österreich? 

Wien: Hier wird spioniert und eingeschüchtert

Es ist das Jahr 2021. Iranische Oppositionelle verscheuchen im Burgenland eine Gruppe von Männern, die sie bedrohen, sollten sie nicht mit den iranischen Geheimdiensten kooperieren. Die Polizei stoppt schließlich deren Auto. Einer der Insassen entpuppt sich als der damalige iranische Militärattaché, Mohammad Javad Samavati. Er beruft sich auf seine diplomatische Immunität. Das belegen profil-Informationen über den bis jetzt nicht öffentlich bekannten Vorfall. Samavati verlässt einige Zeit später auf österreichischen Druck das Land, so eine anonyme Quelle.

In Bezug auf iranische und proiranische Akteure liegen zum aktuellen Zeitpunkt keine konkreten Gefährdungen vor, womit auch keine konkrete Gefahr für Anschläge entsprechender Gruppen einhergeht. 

Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst

Raphael  Bossniak

Raphael Bossniak

ist seit Juli 2025 im Außenpolitik-Ressort. Davor freier Journalist für APA, Kurier und die deutsche Nahostfachzeitschrift zenith. Schwerpunkt Nahost / Kaukasus / Osteuropa.