Imam in Graz unter Terrorverdacht verhaftet

Imam in Graz unter Terrorverdacht verhaftet

In Graz wurde ein Imam verhaftet. Er soll acht Personen als Dschihadisten für den syrischen Bürgerkrieg angeworben haben.

Nach Informationen von profil wurde am vergangenen Montag ein in Graz ansässiger Imam unter Terrorverdacht verhaftet. Die Staatsanwaltschaft hat Hinweise darauf, dass der 41-jährige Geistliche tschetschenischer Herkunft (Name der Redaktion bekannt) daran beteiligt war, zumindest acht in der Steiermark ansässige junge Tschetschenen zu radikalisieren und für den Kampf in Syrien zu gewinnen. Vier der Männer sind nach Informationen von profil dabei bereits ums Leben gekommen, zwei gelten als vermisst.

Die Anwerbungen fanden offenbar im Umfeld des islamischen Glaubensvereins Tawhid am Grazer Lendplatz statt, wo der Imam tätig war. Die Behörden hatten dort bereits Anfang Mai eine Razzia durchgeführt und dabei zahlreiche Unterlagen und Datenträger beschlagnahmt. Aus der Analyse des Materials ergab sich der Verdacht auf Verstoß nach Paragraf 282a des Strafgesetzbuches (Aufforderung zu terroristischen Straftaten und Gutheißung terroristischer Straftaten) sowie Paragraf 278b (terroristische Vereinigung), bestätigte Staatsanwalt Hansjörg Bacher gegenüber profil. Bis Redaktionsschluss war über den Imam formell allerdings noch keine Untersuchungshaft verhängt worden.

Die Rekruten aus der Steiermark sollen sich nach Recherchen von profil in Syrien der Al-Nusra-Front angeschlossen haben, einer dschihadistisch-salafistischen Gruppe, die der Al Kaida nahesteht und vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen als Terrororganisation eingestuft wird.

Anschluss an die Al Nusra hatte offenbar auch Mehdi Nemmouche gefunden – jener 29 Jahre alter Franzose, der unter Verdacht steht, für den vierfachen Mord am 24. Mai im Jüdischen Museum in Brüssel verantwortlich zu sein.

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Foto: Christian Jungwirth/bigshot.at für profil