Donald Trump und das iranische Atomprogramm
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Das alte Atomabkommen mit dem Iran sei der „schlechteste Deal aller Zeiten“ gewesen, der von ihm angestrebte Vertrag hingegen „VIEL BESSER“, prophezeit US-Präsident Donald Trump. Wie stehen die Chancen dafür wirklich?

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Mitte der Woche steht schließlich alles still. Auf der Grand Trunk Road und anderen großen Verkehrsarterien, die nach Islamabad, die Hauptstadt Pakistans, führen, wird am Dienstag der öffentliche Verkehr eingestellt. Hunderte Busse müssen an Busstationen geparkt werden, die gestrandeten Fahrgäste teilen sich Mietautos und Rikschas, um irgendwie weiterzukommen. Alle zehn bis 20 Kilometer hat die Polizei einen Checkpoint errichtet. Der Grund der Sperren: der erwartete Besuch einer VVIP, einer Very Very Important Person.

Doch die sehr, sehr wichtige Person taucht nicht auf, denn an der diplomatischen Front kommen vergangene Woche die Bemühungen um direkte Gespräche über ein Kriegsende zum Erliegen. US-Vizepräsident JD Vance sagt seine Reise nach Islamabad ab, nachdem sein Gegenüber, die Verhandlungsdelegation des Iran, angekündigt hat, in Teheran zu bleiben. Die Gespräche seien angesichts von Donald Trumps Drohungen und der Beschlagnahmung eines Tankers durch die US-Marine „Zeitverschwendung“.

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Und so bleibt auch die Straße von Hormus weiterhin beidseitig geschlossen – einerseits durch den Iran, andererseits durch die USA. Totale Flaute für den Schiffsverkehr. Gleichzeitig kündigt Donald Trump an, den laufenden Waffenstillstand bis zum Ende der – zu diesem Zeitpunkt ausgesetzten – Verhandlungen zu verlängern.

Damit gerät der Krieg gegen den Iran in der achten Woche (angekündigt hatte Trump anfangs eine Dauer von „vier bis sechs Wochen“) zumindest vorübergehend in eine Pattsituation. Angesichts der Sprunghaftigkeit von Trumps Ankündigungen ist mit neuerlichen Wendungen in seiner Kriegsstrategie zu rechnen. Mal bescheinigt er der iranischen Führung, „viel vernünftiger“ zu sein als ihre getöteten Vorgänger, mal stellt er die „totale Auslöschung der Zivilisation“ des Iran in den Raum.

Ein Kriegsziel bleibt jedoch weiterhin ebenso zentral wie unerreicht: das endgültige Ende des iranischen Atomprogramms.

In diesem Punkt muss Donald Trump einen Erfolg präsentieren, denn er selbst war es, der in seiner ersten Amtszeit im Jahr 2018 aus dem damaligen Atom-Abkommen mit dem Iran ausstieg. Es sei der „schlechteste Deal aller Zeiten“, urteilte Trump damals. Jetzt liegt es an ihm, einen besseren zustande zu bringen.

Robert Treichler

Robert Treichler

Ressortleitung Ausland, stellvertretender Chefredakteur.