Neuer EU-Ratspräsident Donald Tusk: Ein Reformer und Vermittler

Neuer EU-Ratspräsident Donald Tusk: Ein Reformer und Vermittler

Polens Premierminister Donald Tusk (57) wird neuer EU-Ratspräsident und folgt im November dem Belgier Herman van Rompuy nach.

Der ehemalige Funktionär der Gewerkschaft "Solidarnosc" hatte 2007 mit seiner liberalen Bürgerplattform "PO" die europaskeptischen Brüder Kaczynski abgelöst und in Polen für politische Stabilität, Reformen und beachtliches Wirtschaftswachstum gesorgt. Umstritten war sein Einsatz für Atomenergie und die Förderung von Schiefergas.

Tusk muss jetzt die EU-Staats- und Regierungschefs zu einer möglichst einheitlichen Politik bringen. Dabei wird ihm die Freundschaft zur deutschen Kanzlerin Angela Merkel, die sich für Tusks Wahl in die EU-Top-Position eingesetzt hat, helfen. In der Ukraine-Krise hat er sich für eine härtere Haltung gegenüber Putin ausgesprochen, ohne dabei diplomatische Lösungsversuche auszuschließen. Einzige Schwäche Tusks: Der gelernte Journalist, der nach der Niederschlagung der Solidarnosc bis 1989 als Bauarbeiter tätig war, spricht schlecht Englisch, dafür gut Deutsch und Russisch.

2011 gab Donald Tusk profil eines seiner seltenen Interviews .