Panzer fahren am Roten Platz, links hinter ihnen ein Emblem einer Hammer und Sichel auf rotem Stern.
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Wer an Putins Siegesparade teilnimmt – und wer nicht

Russlands jährliche Siegesparade muss dieses Jahr ohne große Politprominenz auskommen. Nur vier Staatschefs nehmen teil.

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Chinas Staatspräsident Xi Jinping und Brasiliens einflussreicher Präsident Luiz Lula da Silva sitzen auf einer Tribüne am Roten Platz in Moskau und beobachten die Panzerkolonnen, die an ihnen vorbeiziehen. Es ist die traditionelle Siegesparade am 9. Mai – ein jährliches Propagandagroßevent für die russische Staatsführung. 2025 nahmen 27 Staatschefs teil, China und Vietnam schickten sogar eigene Soldaten, die als Ehrengarde am Militäraufmarsch teilnahmen.

Xi Jingping und Wladimir Putin sitzen auf einer Tribüne, Jingping zeigt mit seinem Zeigefinger auf etwas, Putin hört zu.
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Xi Jingping beim Besuch der Siegesparade im Jahr 2025

Dieses Jahr hingegen ist die Gästeliste kurz.

Wer kommt und wer zuhause bleibt

Nur vier ausländische Staatschefs sind angekündigt. Erwartet werden der prorussische Präsident von Belarus Alexander Lukaschenko, der König Malaysiens Sultan Ibrahim und Thongloun Sisoulith, der Staatspräsident von Laos, das historisch bedingt gute Beziehungen zu Russland unterhält. Lukaschenko hat seit Amtsantritt noch nie eine Siegesparade verpasst.

Auch der slowakische Ministerpräsident Robert Fico reist nach Moskau – dem Militäraufmarsch wird er jedoch nicht beiwohnen. Fico, der stattdessen Blumen am Grabmal des unbekannten Soldaten niederlegen will, galt neben dem nun abgewählten Ministerpräsidenten Ungarns Viktor Orbán als eine der wenigen russlandfreundlichen Stimmen innerhalb der EU – auch wenn dem slowakischen Populisten eine pragmatischere Haltung als Orbán bescheinigt wird.

Siniša Karan, Präsident der Republik Srpska, der serbische Teil von Bosnien und Herzegowina, und Ex-Präsident Milorad Dodik sind die einzigen Gäste aus einem EU-Beitrittskandidaten.

Der „Tag des Sieges“ muss dieses Jahr also ohne große Politprominenz auskommen.

Die Parade am 9. Mai erinnert an den Sieg der Sowjetunion über den Nationalsozialismus vor 81 Jahren. In Russland ist der 9. Mai, der in den meisten postsowjetischen Staaten bis heute ein Feiertag ist, der wichtigste Feiertag im Jahr, vergleichbar mit dem Unabhängigkeitstag der USA.

Ein Mann legt eine rote Blume nieder, Blumen in blau-gelb sind auch sichtbar.
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Am 9. Mai wird in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, wie hier auch in Kyiv, den Gefallenen des Zweiten Weltkriegs gedacht.

Russland zweckentfremdet seit Beginn des Ukraine-Krieges Symbole der Erinnerungskultur rund um den Zweiten Weltkrieg, wie die Siegesparade oder das Georgsbändchen, für seine aktuelle Kriegspropaganda.

Don’t Rain on My Parade

Es ist eine Siegesparade auf Sparflamme. Dieses Jahr werden keine Panzer oder mit Raketen bestückte Fahrzeuge über den Roten Platz fahren. „Unsere Panzer sind gerade im Einsatz. Sie kämpfen. Wir brauchen sie auf dem Schlachtfeld dringender als auf dem Roten Platz“, sagte ein Parlamentarier der Regierungspartei „Geeintes Russland“ dem britischen Sender BBC.

Der Kreml hätte dieses Jahr gezielt keine ausländischen Staatschefs eingeladen, berichtet die russische Agentur „RIA Novosti“, während der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin „terroristischen Bedrohungen“ die Schuld gab, dass die Parade nur in abgespeckter Form stattfindet.

Ein Wagen mit Raketen fährt an einem Soldaten vorbei.
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Gemeint ist die Ukraine, deren Drohnen zunehmend tief auf russisches Gebiet vordringen. Zuletzt beschoss Kyiv drei Nächte lang Moskau, das über ein sehr starkes Luftverteidigungssystem verfügt. Eine kurze Waffenruhe zwischen den zwei Staaten war rasch zerbrochen. Am Montag der abgelaufenen Woche schlug eine ukrainische Drohne in einem Moskauer Hochhaus ein. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der Moskau schwere Verstöße gegen die Waffenruhe vorwarf, sprach von 850 russischen Drohnenangriffen nur in den ersten Stunden nach Beginn des Waffenstillstands.

Russlands Verteidigungsministerium drohte der Ukraine mit einem „Vergeltungsschlag in Form eines massiven Raketenangriffs“ auf Kyiv, sollte es zu einem Angriff auf die Siegesparade kommen.

Die Nervosität in Moskau ist spürbar, der Andrang auf die Parade dementsprechend gering.

Raphael  Bossniak

Raphael Bossniak

ist seit Juli 2025 im Außenpolitik-Ressort. Davor freier Journalist für APA, Kurier und die deutsche Nahostfachzeitschrift zenith. Schwerpunkt Nahost / Kaukasus / Osteuropa.